Der Blog

Herzlich Willkommen im Blog der Deutschen Oper Berlin! An dieser Stelle laden wir Sie ein, mit uns gemeinsam über aktuelle Premieren und Repertoirevorstellungen ins Gespräch zu kommen. Wir nehmen Sie mit auf die Reise in die belebte Vergangenheit des Hauses, erzählen Geschichten seiner Protagonisten, geben tiefere Einblicke in die vielfältige Jugendarbeit und stellen ihnen wunderbare Künstler/Innen vor. Wir freuen uns auf Sie und ihre Kommentare!

11.04.2014

„Ich möchte nur ein einziges Mal nicht komisch sein!“

Irina Brook über Donizettis DER LIEBESTRANK, über Lust und Last der Komödie und ihren berühmten Vater Peter Brook

Irina Brook hat Hühnchen bestellt. Die Essensausgabe der Deutschen Oper Berlin liefert prompt. Doch vom Interview lässt sich die Tochter des legendären Film- und Bühnenregisseurs Peter Brook trotz Hunger und Probenhektik nicht abbringen. Und trotz der Erwartungen, die auf ihrer Berliner Debüt-Inszenierung mit Donizettis „L’elisir d’amore“ lasten. Kai Luehrs-Kaiser sprach mit der Regisseurin.

Berliner Morgenpost: Frau Brook, Donizettis „L’elisir d’amore“ ist eine der wenigen echten Komödien des Musiktheaters – neben Verdis „Falstaff“ und einigen Rossini-Opern. Wo lernt man, komisch zu inszenieren?

Irina Brook: Ich brauche das nicht zu lernen. Ich kann gar nicht anders. (weiterlesen…)

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11.04.2014

Abgründiger Vielschreiber

Der Komponist Gaetano Donizetti ist der große Unterschätzte der italienischen Oper

Von Uwe Friedrich

Wenn Nemorino seine Adina schließlich nach allen komödienüblichen Verwirrungen doch bekommt und sie einer märchenhaft glücklichen Zukunft entgegensingen, ist das für ein modernes Opernpublikum eine Ausnahme. Opern enden in der Regel mit dem tragischen Untergang des Titelhelden, eine Titelheldin überlebt statistisch gesehen noch seltener, häufig beendet das gesamte tragende Personal sein Leben mit dem Schlussakkord. Das war nicht immer so. (weiterlesen…)

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09.04.2014

Zu Besuch bei Elena Tsallagova

Elena Tsallagova stammt aus Wladikawkas. Sie wollte Tänzerin werden, doch Verdis „Macht des Schicksals“ entfachte die Liebe zur Oper. In Berlin geht die Sopranistin nun die großen Partien an.

„Du musst einfach!“ hat sie ihrem Vater gesagt. „Einmal musst du kommen und mich singen hören.“ Noch nie war der Vater von Elena Tsallagova (33) im Ausland, aber im April werden die Eltern von Nord-Ossetien nach Berlin reisen. Schließlich singt die Sopranistin gerade eine neue Rolle nach der anderen. Micaëla in „Carmen“ neben Roberto Alagna, Gilda in „Rigoletto“, Pamina in der „Zauberflöte“, Blumenmädchen im „Parsifal“ – in diesen Wochen können die Eltern und alle anderen Elena Tsallagova groß in Aktion erleben. (weiterlesen…)

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13.03.2014

Auf Leben und Tod

Was zählt eigentlich im Leben? Was kommt nach dem Tod? Schon das Gilgamesch-Epos stellte vor über 3000 Jahren Fragen, die bis heute nichts von ihrer Dringlichkeit verloren haben. In GILGAMESH MUST DIE! ist die Geschichte von Gilgamesch, der nach dem Tod seines besten Freundes Enkidu radikal sein Leben ändert, der Ausgangspunkt für ein gemeinsames Projekt der Deutschen Oper Berlin mit der Schweizer Band „The bianca Story“, dem Regisseur Daniel Pfluger sowie 16 Berliner Kindern und Jugendlichen. (weiterlesen…)

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10.03.2014

Ein Gott tritt als Mensch mit zeitlosen Fragen auf

Das Epos des Gilgamesch zählt zu den ältesten Dichtungen. Sie gibt Rätsel auf und ist zugleich aktuell

Die Geschichte des königlichen Helden Gilgamesch ist eines der ältesten Zeugnisse der Weltliteratur. Eine „Erzählung von der Suche des Menschen nach den Grenzen des Lebens“ nennt der Münchner Assyriologe Walter Sallaberger, was in unterschiedlichen Varianten und mehreren historischen Sprachen Mesopotamiens seit dem dritten Jahrtausend vor Christus in Tontafeln geritzt und immer wieder kopiert wurde. Wenige der im Zweistromland freigelegten „Textzeugen“´sind vollständig oder auch nur in gutem Zustand. Was entzifferbar ist, erscheint oft selbst der Fachwelt rätselhaft oder uneindeutig. (weiterlesen…)

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03.03.2014

Spiel mit der Unsterblichkeit

Die Band The bianca Story probt mit Jugendlichen „Gilgamesh Must Die!“

Befreit Euch von Euren Texten!“ ruft Elia Rediger und schlägt einen Beat mit den zwei Drumsticks in seinen Händen. Beschwörend reißt er die Augen auf, zwinkert seinen 14 Schützlingen zu, und wie in Trance lassen diese ihre Textblätter zu Boden gleiten. In ihrer Kreisformation stampfen, rappen, und klatschen sie, als gäbe es kein morgen. Dabei ist heute doch erst Tag zwei im Probenprozess zu „Gilgamesh Must Die!“. (weiterlesen…)

14.02.2014

„Am liebsten würde ich das ganze Haus bespielen“

Christian Spuck will bei „Fausts Verdammnis“ aus vielen Einzelteilen ein großes Bildertheater entstehen lassen

Christian Spuck zählt zu den erfolgreichen Choreografen unserer Zeit. Über Jahre prägte er das Stuttgarter Ballett, seit 2012 ist er Direktor des Balletts an der Oper Zürich. Schon seit 2005 ist er hin und wieder auch als Opernregisseur aktiv. „Fausts Verdammnis“ von Hector Berlioz inszeniert Spuck als großes Bilder-Spektakel. Martina Helmig sprach mit ihm. (weiterlesen…)

13.02.2014

Das Böse steckt in jedem von uns

Tischlerei: Strawinskijs „Geschichte vom Soldaten“ mit lebendigem Bühnenbild

Im Monat Februar ist an der Bismarckstraße buchstäblich der Teufel los. Neben der Premiere der Berlioz-Oper „Fausts Verdammnis“ im großen Haus spielt das Faust-Motiv auch in der Tischlerei eine dominierende Rolle. Der Teufel hole das Menschengeschlecht! ist das 4. Tischlerlei- Konzert mit Igor Strawinskijs „Die Geschichte vom Soldaten“ überschrieben. Wie viele andere Schriftsteller und Tonkünstler war auch der russische Komponist zeitlebens vom Faust-Stoff fasziniert. „L‘Histoire du Soldat“, 1918 uraufgeführt, handelt von einem Soldaten, der mit seiner Geige, seinem einzigen Besitz, auf Reisen geht. (weiterlesen…)

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10.02.2014

„Hectors Verdammnis“

Um mal endlich für Klarheit zu sorgen: „Berliooz“ heißt der Mann. Hinten mit langem O ausgesprochen. Hectors Verdammnis, so könnte man sagen, begann mit seinem Namen.

Sein größtes Verdienst, die Erfindung der Orchester-Klangfarbe, erwarb er selbstständig und parallel zu Richard Wagner. Hat ihm nichts genützt. Der Ruhm, erstmals in der Musikgeschichte derart feine, irisierende Streicherfarben, Spaltklänge und Mischungsverhältnisse komponiert zu haben, wird immer wieder dem Leipziger Gesamtkunstwerker zugeschrieben; der rund zehn Jahre jünger war – und ihn um 14 Jahre überlebte. (weiterlesen…)

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