Der Blog

Herzlich Willkommen im Blog der Deutschen Oper Berlin! An dieser Stelle laden wir Sie ein, mit uns gemeinsam über aktuelle Premieren und Repertoirevorstellungen ins Gespräch zu kommen. Wir nehmen Sie mit auf die Reise in die belebte Vergangenheit des Hauses, erzählen Geschichten seiner Protagonisten, geben tiefere Einblicke in die vielfältige Jugendarbeit und stellen ihnen wunderbare Künstler/Innen vor. Wir freuen uns auf Sie und ihre Kommentare!

23.01.2015

Die Kraft der Verzweiflung

Evelin Herlizius im Gespräch mit Uwe Friedrich

Frau Herlitzius, Sie singen unter anderem die Elektra von Richard Strauss, Turandot von Giacomo Puccini, die Lady Macbeth von Giuseppe Verdi und die Lady Macbeth von Mzensk von Dmitrij Schostakowitsch. In diesen Rollen verkörpern Sie Frauenfiguren am Rande des Nervenzusammenbruchs, die kaum sympathisch wirken. Wie finden Sie einen Zugang zu diesen Rollen?

Das klingt mir ein bisschen zu hysterisch. (more…)

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21.01.2015

Das Abenteuer Begegnung

Es quietscht und hämmert, pocht und dröhnt aus dem Keller der Hector-Peterson- Schule: Enise [15] und Melda [14] feilen abwechselnd an einem langen Stück Holz für das Griffbrett ihres Banjos. Der fünfzehnjährige Fatih baut gerade den Korpus einer Gitarre. Seit drei Monaten fertigen die Schüler bereits gemeinsam im Projekt „Musikinstrumentenbau“ ihre eigenen Instrumente. „Jeder von uns konnte sich selber überlegen, was für ein Instrument er bauen will“, erklärt Melda. So entstehen im Werkstattraum neben Banjo und Gitarre u. a. eine Kalimba, eine Panflöte und ein Tasteninstrument, für das eine alte Keyboard-Tastatur zu neuem Leben erwacht. (more…)

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20.01.2015

Schlagzeuger gehen einfach richtig ab

Im Herbst haben Björn Matthiesen und Rüdiger „Rübe“ Ruppert, beide Schlagzeuger des Orchesters der Deutschen Oper Berlin, einen einwöchigen Percussion-Workshop in der Hector-Peterson-Schule gegeben. Die beiden Schüler Cem und Tafari hatten teilgenommen. Jetzt sitzen die vier nach ihrer ersten Trommel-Session in der Tischlerei zusammen. Ein Gespräch.

Björn Matthiesen (B): Cem, Tafari, was bedeutet euch Musik?

Cem (C) : Musik zu hören ist eine der besten Freizeitbeschäftigungen. Aber selbst Musik zu machen, ist etwas ganz anderes, es ist wirklich geil, man kann etwas Eigenes probieren. (more…)

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19.01.2015

Alles nur aus Liebe – Zu Schostakowitschs „Lady Macbeth von Mzensk“

Mit Schostakowitschs „Lady Macbeth von Mzensk” präsentiert die Deutsche Oper Berlin eines der Meisterwerke des 20. Jahrhunderts

Liest man lediglich die Handlung von Dmitrij Schostakowitschs bedeutendster Oper „Lady Macbeth von Mzensk“, erscheint deren Titelfigur Katerina Lwowna nicht gerade als Sympathieträgerin. Mehr noch: Die Geschichte einer gelangweilten Kaufmannsfrau, die zuerst ihren Schwiegervater und dann ihren Ehemann ermordet und dafür verdientermaßen in die Verbannung nach Sibirien geschickt wird, ist auf den ersten Blick kaum operntauglich. (more…)

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19.01.2015

Das 4.Tischlereikonzert: Von Schülern und Lehrern

„Ich habe bei ihm so viel gelernt, wovon ich vieles wieder vergessen musste. Aber um es vergessen zu können, musste ich es erst einmal gelernt haben!“ Dieses etwas reservierte Kompliment machte Dmitrij Schostakowitsch (1906-1975) seinem Lehrer Alexander Glasunow. Recht speziell war das Verhältnis zwischen dem hochgeehrten Altmeister und seinem eigenwilligen Zögling. (more…)

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18.01.2015

Valentina 1939 – 1944

Die Geschichte von Valentina ist nicht erfunden. Sie wurde von den Erinnerungen der Theater- und Filmwissenschaftlerin Valentina Freimane (geborene Loewenstein) inspiriert. 1939 war Valentina eine siebzehnjährige Jüdin im unabhängigen Lettland. Sie war als Tochter wohlhabender Eltern in Riga, Paris und Berlin aufgewachsen und als Jugendliche mit ihrer Familie nach Lettland umgezogen. Der Vater war Jurist, seine Klientel bestand vorwiegend aus großen internationalen Unternehmen und Banken. Die Mutter war eine gut gebildete und kulturliebende Dame der Gesellschaft. Valentina war die einzige Tochter ihrer Eltern. Sie hatte eine gute Bildung erhalten und während des letzten Friedenssommers hat sie ihre erste Liebe getroffen, Dima, den sie kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges heiratete. (more…)

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18.01.2015

Aus dem Inhalt: VALENTINA – Eine Oper in zwei Akten von Arturs Maskats

Erster Akt
Es ist Frühling 1939, Ostern. In einem sonnigen Gästezimmer sitzen die Gäste, Valentinas Mutter mit einem Verehrer, Valentinas Vater und Alexei am Tisch. Alle sind vergnügt. Die Kinder spielen, darunter auch Valentina, Alexei und das Kindermädchen. Nach dem Spielen stellt Valentina als die Jüngste am Tisch vor der Mahlzeit die vier rituellen Fragen des „Ma Nishtana“, darauf antwortet der Älteste am Tisch – ihr Vater. (more…)

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18.01.2015

Arturs Maskats über Valentina

Was hat Sie dazu bewegt, eine Oper zu schreiben, die über die tragische Vergangenheitserfahrung einer Persönlichkeit erzählt?
Ich habe schon immer ein großes Interesse an dieser Zeit gehabt: dem Anfang des Zweiten Weltkrieges. Es war ein Wendepunkt in der lettischen Geschichte – die Zeit, als unser unabhängiger Staat vernichtet wurde und die Gesellschaft innerhalb kürzester Zeit eine tiefe Erschütterung erfahren hat. Der sowjetischen Besatzung folgten die deutsche Besatzung und der Holocaust. Das Ganze geschah sehr konzentriert innerhalb einer kurzen Zeitspanne. (more…)

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12.01.2015

Zu Besuch bei Seth Carico

Sonnige zwei Zimmer mit Klavier: Hier fühlen sich Bassbariton Seth Carico und seine Frau zuhause

Ein „Barihunk“ wie aus dem Bilderbuch. Der englische Begriff setzt sich aus den Wörtern „Bariton“ und „Hunk“ zusammen. Ein Bariton also, bei dem nicht nur die Stimme fasziniert, sondern auch das Äußere stimmt. Fast jeden Tag geht Seth Carico (32) ins Sportstudio, um seine Muskeln zu stählen. Er fühlt sich geschmeichelt, wenn man ihn zu den Barihunks zählt und wenn er im gleichnamigen Blog gefeatured wird. (more…)

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09.01.2015

Jeder Satz ein Juwel

Streitbare Musik: Donald Runnicles dirigiert die Brahms-Sinfonien Nr. 3 und 4

„Welch ein Werk, welche Poesie, die harmonischste Stimmung durch das Ganze, alle Sätze wie aus einem Gusse, ein Herzschlag, jeder Satz ein Juwel!“ schwärmte Clara Schumann in einem Brief an Johannes Brahms über dessen 3. Sinfonie. Im Sommer 1883, knapp 50-jährig, hatte der Komponist das Werk während seines Wiesbaden-Aufenthalts verfasst.  Wie Clara Schumann zeigt sich auch Brahms’ Freund, der große Geiger Joseph Joachim, tief beeindruckt von der Sinfonie in F-Dur. (more…)