Der Blog

Herzlich Willkommen im Blog der Deutschen Oper Berlin! An dieser Stelle laden wir Sie ein, mit uns gemeinsam über aktuelle Premieren und Repertoirevorstellungen ins Gespräch zu kommen. Wir nehmen Sie mit auf die Reise in die belebte Vergangenheit des Hauses, erzählen Geschichten seiner Protagonisten, geben tiefere Einblicke in die vielfältige Jugendarbeit und stellen ihnen wunderbare Künstler/Innen vor. Wir freuen uns auf Sie und ihre Kommentare!

JörgKönigsdorf

Jörg Königsdorf wurde 1965 in Itzehoe/Schleswig-Holstein geboren. Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre und der Kunstgeschichte arbeitete er seit 1995 als Musikkritiker unter anderem für die Süddeutsche Zeitung, den Tagesspiegel und die Opernwelt. Seit August 2012 ist er Chefdramaturg der Deutschen Oper Berlin.

Back to the Roots

Strawinskijs GESCHICHTE VOM SOLDATEN kehrt für eine Aufführung in die Tischlerei zurück

Er war der Radikalste von allen: Als sich der 35-jährige Igor Strawinskij gegen Ende des Ersten Weltkriegs daran machte, das russische Märchen GESCHICHTE VOM SOLDATEN zu vertonen, stellte er den ganzen herkömmlichen Opernapparat erstmal auf Null. Statt eines großen Orchesters, eines Opernchores und opulenter Ausstattung braucht das knapp einstündige Stück nur sieben Musiker, zwei Darsteller und einen Erzähler und lässt sich schon mit den knappsten szenischen Mitteln auf die Bühne bringen. (more…)

Alles nur aus Liebe – Zu Schostakowitschs „Lady Macbeth von Mzensk“

Mit Schostakowitschs „Lady Macbeth von Mzensk” präsentiert die Deutsche Oper Berlin eines der Meisterwerke des 20. Jahrhunderts

Liest man lediglich die Handlung von Dmitrij Schostakowitschs bedeutendster Oper „Lady Macbeth von Mzensk“, erscheint deren Titelfigur Katerina Lwowna nicht gerade als Sympathieträgerin. Mehr noch: Die Geschichte einer gelangweilten Kaufmannsfrau, die zuerst ihren Schwiegervater und dann ihren Ehemann ermordet und dafür verdientermaßen in die Verbannung nach Sibirien geschickt wird, ist auf den ersten Blick kaum operntauglich. (more…)

Kein wahres Hören im falschen

Der britische Klangkünstler Matthew Herbert macht die Tischlerei zum Aufnahmestudio

Man könnte im ersten Moment fast glauben, dass Matthew Herbert es liebt, zu provozieren. So rigoros, wie er in seinem „Manifesto“ vor Jahren seine Anforderungen an Neue Musik formuliert hat. Und so extrem, wie die klanglichen Grundlagen und Aufnahmemethoden manchmal sind, die er sich für seine Musik aussucht. Die Geräuschkulisse aus dem Lebens- und Leidensweg eines Schweins vom Stall über den Schlachthof bis zum Verspeistwerden beispielsweise, die er für sein bekanntestes Stück „One Pig“ verarbeitet hat. (more…)

Im Rhythmus der Primzahlen

Der Mathematiker Özgür Kesim erklärt im 1. Tischlereikonzert „Zwischen Spiel und Chaos“, was Musik und Mathematik miteinander zu tun haben.

Herr Kesim, bei Kindern wird zwischen musischer und mathematischer Begabung unterschieden. Liegen Musik und Mathematik wirklich so weit auseinander?

Nein, schon die Biografien bekannter Persönlichkeiten legen das Gegenteil nahe. Einstein zum Beispiel hatte eine starke musikalische Affinität, und Komponisten wie Bach haben Werke mit strengen, nahezu mathematischen Strukturmerkmalen komponiert. Und ich habe in meinem Studium etliche Mathematiker kennen gelernt, die begeisterte Hobbymusiker waren. (more…)

Leidenschaftlicher Individualist

Ein Porträt des palästinensisch-israelischen Komponisten Samir Odeh-Tamimi von Jörg Königsdorf

Hinterhaus links, zweiter Stock, die letzte Treppenhausreinigung dürfte auch schon eine Weile her sein. Drinnen vergilbte Türen, abgenutzte Dielen und nur ein zersessenes Flohmarktsofa in der Ecke deutet zaghaft an, dass das große Zimmer in Samir Odeh-Tamimis Wohnung hin und wieder auch gesellschaftlichen Zwecken dient. Dafür aber viel Platz. Raum für Keyboards und Partituren, Raum zum Sich-frei-Fühlen, Arbeiten und Denken. So wohnen Künstler, und man wäre nicht überrascht, wenn … (more…)

Herzenswünsche

In den Tischlereikonzerten präsentieren die Mitglieder des Orchesters außergewöhnliche Kammermusikprogramme

Davon träumen alle Musiker: Endlich mal Konzertprogramme gestalten zu können, in denen sie einfach die Werke spielen dürfen, die ihnen am Herzen liegen. Musik, mit der sie aufgewachsen sind, die sie geprägt hat, oder auf die sie neugierig sind. Die Musiker und Musikerinnen des Orchesters der Deutschen Oper Berlin haben sich jetzt diesen Traum erfüllt: Sechs Mal wird in dieser Spielzeit die neue zweite Spielstätte des Hauses in der Tischlerei zum Konzertsaal für Kammermusik. (more…)