Der Blog

Herzlich Willkommen im Blog der Deutschen Oper Berlin! An dieser Stelle laden wir Sie ein, mit uns gemeinsam über aktuelle Premieren und Repertoirevorstellungen ins Gespräch zu kommen. Wir nehmen Sie mit auf die Reise in die belebte Vergangenheit des Hauses, erzählen Geschichten seiner Protagonisten, geben tiefere Einblicke in die vielfältige Jugendarbeit und stellen ihnen wunderbare Künstler/Innen vor. Wir freuen uns auf Sie und ihre Kommentare!

Chemo Brother

CHEMO BROTHER, das dritte Jugendprojekt in dieser Spielzeit, widmet sich den Themen Liebe und Krankheit.

Regisseurin Marielle Sterra war aufgefallen, dass vor eineinhalb Jahren plötzlich sehr viele Bücher über krebskranke Jugendliche erschienen waren. „Ich habe mich gefragt: Was ist eigentlich mit den Geschwistern? Wie gehen die damit um? Über sie wird viel weniger geschrieben.“ Und so entwickelte Sterra CHEMO BROTHER: (more…)

Komponierte Nahtoderfahrung

Ein Gespräch von Isabel Herzfeld mit Georg Friedrich Haas über seine Oper MORGEN UND ABEND

Herr Haas, alle Ihre Opern behandeln Themen der Transzendenz, es geht um Nacht in einem sehr umfassenden Sinne, um unlösbare Verstrickungen mit der Vergangenheit, um Tod und Sterben. Ihre Oper MELANCHOLIA von 2008 auf ein Libretto des norwegischen Autors Jon Fosse zeigt, wie ein Mensch in den Wahnsinn getrieben wird. Hatten Sie damals schon die Idee, noch einen Schritt weiter zu gehen und MORGEN UND ABEND zu vertonen?

Fosse machte mir selbst den Vorschlag, das Libretto zu schreiben. (more…)

Zwischen den Tönen

Georg Friedrich Haas’ neue Oper „Morgen und Abend“ basiert auf einem Roman von Jon Fosse

Welche Ereignisse machen das Leben lebenswert? Für einen Opernsänger gehört das Debüt am Londoner Royal Opera House sicher dazu. „Aber auch die duftende Tasse Kaffee am Morgen“, betont der Bariton Christoph Pohl. Die kleinen Glücksmomente sind nicht zu unterschätzen. Wie viel Gewicht werden sie haben, wenn man am Ende Bilanz zieht? Welche Inhalte ergeben ein erfülltes Leben? Was ist wirklich wichtig? Die neue Oper von Georg Friedrich Haas „Morgen und Abend“ lädt dazu ein, sich für anderthalb Stunden mit solchen Fragen zu beschäftigen. (more…)

Primadonna, tiefergelegt

Irene Roberts gilt als eine der großen Hoffnungen im Ensemble der Deutschen Oper – auch als Carmen

Auch für Mezzosoprane kann das Leben hart sein. Wenn Irene Roberts ihrem neunmonatigen Sohn Austen mit halber Stimme vorsingt, macht der zuerst große Augen. Und fängt dann an zu weinen. Ein neuerlicher Versuch wurde um einige Monate vertagt. Zuhause in Wilmersdorf, wo die gebürtige Kalifornierin mit ihrer Familie lebt, singt sie fast gar nicht. Sondern geht zum Üben in die Bismarckstraße zur Deutschen Oper. „Der Einzige, der sich überhaupt gar nichts anmerken lässt, wenn ich singe, ist unser Hund Miki“, so Roberts. Der japanische Shiba, ein Jagdspitz, hat vielmehr, wenn die Mama weg ist, eine Erziehungsrolle zu übernehmen. „Das Krabbeln“, erzählt Ehemann Devon lachend, „hat unser Baby ganz eindeutig nicht von uns gelernt. Sondern von unserem Hund“. (more…)

Leichte Brise

Christa Ludwig attestierte der jungen Australierin Siobhan Stagg „eine der schönsten Stimmen, die ich je gehört habe“. Die singt jetzt Sophie im „Rosenkavalier“.

Pink. Und Weiß und Silber. In diesen drei Saison-Farben hat die Sopranistin Siobhan Stagg ihre Charlottenburger Wohnung dekoriert. Dezent genug. Die Farben zeigen sich in Tulpen und frischen Lilien, die einen schweren Duft im gesamten 3. Stock verbreiten. Auf dem Tisch stehen frische Erdbeeren. Vielleicht hat das alles eine private symbolische Bedeutung? Die Tage der nichtrosa Fernbeziehung – und zwar einer sehr fernen Fernbeziehung – sind vorbei, seit vor einigen Tagen ihr Freund, ein Bratschist, aus Australien nachgekommen ist. (more…)

Mimi Ay ‘pfeif’ Blomagal

50 Jugendliche aus aller Herren Länder entdecken mit der Jungen Deutschen Oper grenzenloses „Neuland“

„Der Zuschauer soll erleben, wie es ist, in ein fremdes Land zu kommen, in dem er die Sprache nicht versteht und ihm vieles der Kultur merkwürdig vorkommt“, sagt Dramaturg Curt A. Roesler, bevor er die Tür zur Probebühne B öffnet, „Mimi Ay ‘pfeif’ Blomagal – Willkommen in Neuland“. Um den großen Tisch in der Mitte versammelt, drehen sich 13 Jugendliche und Regisseur Jonas Egloff zur Tür und klatschen zur Begrüßung zweimal in die Hände. Auf dem Tisch liegt eine große Papierrolle ausgebreitet, bemalt mit archaisch anmutenden Zeichnungen. An der Wand zwischen Brettern und Seilen klebt eine weiteres Plakat: „Blogreza/ 1. Mumha ‘pfeif’ tschahar mimi malatschak…“ (more…)

Back to the Roots

Auf der Lions-Benefizgala reist die BigBand der Deutschen Oper Berlin musikalisch von New York nach Berlin

Heutzutage organisieren sich Nachbarschaften über Apps oder Online-Foren. In den 80er-Jahren sprach man einfach noch miteinander. Aus flüchtigen Bekannten wurden Freunde, Ideen entwickelten sich im Hausflur oder auf dem Hof. „Mein damaliger Nachbar Paul Dillinger war Mitglied im Wannseer Lions Club, ich blies bereits Posaune an der Deutschen Oper Berlin“, erinnert sich das Orchester-Mitglied Sebastian „Sese“ Krol. „Daneben hatte ich – quasi als Hobby – ein Blechbläserquintett. So kam uns die Idee, mit diesem eine Benefizveranstaltung zu organisieren.“ Gesagt, getan. Schon nach dem ersten Auftritt war klar, dass eine neue Tradition geboren worden war. (more…)

In kurzen Hosen

Dass Gedichte heute nur selten vorgelesen und noch seltener auswendig gelernt werden – und dass Gedichtbände heute nicht mehr unter dem Kopfkissen liegen, wo sie hingehören! –, das macht das Liedersingen nicht einfacher. Gedichte erscheinen vielen heute als literarisch abgehoben. Das ist ein Problem! Mit anderen Worten: Mahlers Lieder aus „Des Knaben Wunderhorn“ sollten auf der Bühne nicht allzu hochliterarisch daherkommen. (more…)

Jazz mit großem Ton

Die BigBand der Deutschen Oper Berlin feiert zehn Jahre Jazz im Opernhaus „Jazzmusiker und Orchestermusiker haben großen Respekt voreinander. Wir schätzen die Jazzer, weil sie so großartig improvisieren können. Sie achten uns klassische Musiker, weil wir präzise spielen, was in den Noten steht“, erklärt Sebastian „Sese“ Krol. Hauptberuflich sitzt der Posaunist im Orchester der Deutschen Oper Berlin. In seiner Freizeit kümmert er sich gemeinsam mit seinem Kollegen, dem Schlagzeuger Rüdiger „Rübe“ Ruppert, um den Jazz im Opernhaus. (more…)

Ein Signal für Musik

Mit der Deutschen Oper Berlin ist er nun schon beinahe sein ganzes Leben lang eng verbunden und das will etwas heißen: Denn Aribert Reimann, Pianist und einer der meistgespielten deutschen Opernkomponisten der Gegenwart, ist in diesen Tage 80 Jahre alt geworden. Als Junge saß er im Parkett, sein Studium finanzierte er mit einer Anstellung als Korrepetitor am Studio der damaligen Städtischen Oper und auch als bereits renommierter Komponist geht er weiterhin im Haus ein und aus. Lebhaft und mit Tempo. Überhaupt scheint ihn das Alter wenig zu interessieren und von Ruhestand ist schon gar keine Rede: Gerade arbeitet er wieder an einem neuen Stück, das im kommenden Jahr uraufgeführt werden soll. (more…)