Der Blog

Herzlich Willkommen im Blog der Deutschen Oper Berlin! An dieser Stelle laden wir Sie ein, mit uns gemeinsam über aktuelle Premieren und Repertoirevorstellungen ins Gespräch zu kommen. Wir nehmen Sie mit auf die Reise in die belebte Vergangenheit des Hauses, erzählen Geschichten seiner Protagonisten, geben tiefere Einblicke in die vielfältige Jugendarbeit und stellen ihnen wunderbare Künstler/Innen vor. Wir freuen uns auf Sie und ihre Kommentare!

Die Liebe als Kunst – des Überlebens

Zwölf junge Theatermacher entwickeln „LoveAffairs“ und bespielen dabei die gesamte Tischlerei

Tenor Jörg Schörner steht auf einer Art Laufsteg und streckt mit gewaltiger Schadenfreude einem unsichtbaren Gegenüber den Zeigefinger hin: „Ehehehehehehehe….“ Gesungenes Gelächter schüttelt seinen Leib. „Zeig’ ruhig noch mehr Zunge, das ist gut so!“ ruft Regisseurin Margo Zalite. Über dem Kopf von Sopranistin Bini Lee meint man derweil beinahe eine Glühbirne aufleuchten zu sehen, so deutlich mimt sie einen erfreuten Erkenntnisvorgang: „Aaaaaaaaaaaaah!“ Eine Reaktion auf das Verhalten ihres Kollegen ist es nicht, wie aufgezogene mechanische Puppen wiederholen die beiden jeder für sich Gestik und Mimik. (weiterlesen…)

Wenn diese Wände sprechen Oper könnten…

Ein interaktiver Sound-Walk setzt sich mit den Protesten in der Geschichte des Opernhauses auseinander

Von Jacqueline Krause-Blouin

2. Juni 1967. Aufgebrachte Studenten demonstrieren gegen den Staatsbesuch desSchahs von Persien, der sich in Begleitung des Regierenden Bürgermeisters und des Bundespräsidenten Mozarts „Zauberflöte“ zu Gemüte führen möchte. Es soll eine Schlüsselnacht der deutschen Nachkriegsgeschichte mit weitreichenden gesellschaftspolitischen Folgen werden. Schlachtrufe wie „Schah, Schah, Scharlatan!“ hallen durch Charlottenburg, die Demonstrationen geraten außer Kontrolle. (weiterlesen…)

Eine italienische Sicht auf Schiller, ein französischer Blick auf Goethe: „Maria Stuarda“und „Werther“ feiern im Juni konzertant Premiere

Von Martina Helmig

Gleich zwei konzertante Premierensind im Juni-Spielplan zu entdecken. Auf den ersten Blick haben sie außer dem Tod der Titelhelden nicht viel gemeinsam. Donizettis „Maria Stuarda“ fährt das ganze Gewicht der großen Historienoper auf. Staatsintrigen und der Kampf um die Macht stehen im Mittelpunkt des Königinnendramas aus der englischen Tudorzeit. Massenets „Werther“ dagegen führt ins Private, Innerliche, macht den Liebes- und Weltschmerz, das radikale Leiden des hypersensiblen Künstlers zum Thema. (weiterlesen…)

Auf Erfolgskurs

Der Bariton John Chest singt die Titelrolle in Benjamin Brittens Matrosenoper BILLY BUDD

Von Udo Badelt

Gerader Gang, aufrechte und weltoffene Haltung, lässig-interessierter Blick, Stupsnase, dunkelblonde Haare und eine tiefliegende, leicht angedunkelt raunende Stimme, die schon im Gespräch den Bariton verrät: Gestatten, John Chest, 28, neuestes Mitglied im Ensemble der Deutschen Oper Berlin. Etwas Maritimes, zugleich Bodenständiges – Typ Bolzplatzspieler –, umweht die Gestalt des Amerikaners schon von Weitem, und man kann sich wunderbar vorstellen, wie er, die Hand fest an der Reling, geradewegs auf den bisherigen Höhepunkt seiner Sängerkarriere zu segelt: (weiterlesen…)

Wenn eine Liebe bereits im Keim erstickt werden muss

Benjamin Brittens BILLY BUDD feiert im Mai Berliner Erstaufführung. Für Regisseur David Alden zählt diese Oper zu den wichtigsten des 20. Jahrhunderts.

Erfolg macht mutig. Zu Brittens 100. Geburtstag eine Neuproduktion von „Peter Grimes“ zu zeigen, war durchaus gewagt. David Aldens suggestive Inszenierung und Donald Runnicles’ Einsatz am Pult haben das Publikum auf Anhieb gewonnen. Nun bringt dasselbe Team anderthalb Jahre später Benjamin Brittens „Billy Budd“ auf die Bühne. Eine Oper, die in Deutschland noch viel unbekannter ist. Die Premiere am 22. Mai wird tatsächlich die Berliner Erstaufführung. (weiterlesen…)

„Ich möchte nur ein einziges Mal nicht komisch sein!“

Irina Brook über Donizettis DER LIEBESTRANK, über Lust und Last der Komödie und ihren berühmten Vater Peter Brook

Irina Brook hat Hühnchen bestellt. Die Essensausgabe der Deutschen Oper Berlin liefert prompt. Doch vom Interview lässt sich die Tochter des legendären Film- und Bühnenregisseurs Peter Brook trotz Hunger und Probenhektik nicht abbringen. Und trotz der Erwartungen, die auf ihrer Berliner Debüt-Inszenierung mit Donizettis „L’elisir d’amore“ lasten. Kai Luehrs-Kaiser sprach mit der Regisseurin. (weiterlesen…)

Abgründiger Vielschreiber

Der Komponist Gaetano Donizetti ist der große Unterschätzte der italienischen Oper

Von Uwe Friedrich

Wenn Nemorino seine Adina schließlich nach allen komödienüblichen Verwirrungen doch bekommt und sie einer märchenhaft glücklichen Zukunft entgegensingen, ist das für ein modernes Opernpublikum eine Ausnahme. Opern enden in der Regel mit dem tragischen Untergang des Titelhelden, eine Titelheldin überlebt statistisch gesehen noch seltener, häufig beendet das gesamte tragende Personal sein Leben mit dem Schlussakkord. Das war nicht immer so. (weiterlesen…)

Zu Besuch bei Elena Tsallagova

Elena Tsallagova stammt aus Wladikawkas. Sie wollte Tänzerin werden, doch Verdis „Macht des Schicksals“ entfachte die Liebe zur Oper. In Berlin geht die Sopranistin nun die großen Partien an.

„Du musst einfach!“ hat sie ihrem Vater gesagt. „Einmal musst du kommen und mich singen hören.“ Noch nie war der Vater von Elena Tsallagova (33) im Ausland, aber im April werden die Eltern von Nord-Ossetien nach Berlin reisen. Schließlich singt die Sopranistin gerade eine neue Rolle nach der anderen. Micaëla in „Carmen“ neben Roberto Alagna, Gilda in „Rigoletto“, Pamina in der „Zauberflöte“, Blumenmädchen im „Parsifal“ – in diesen Wochen können die Eltern und alle anderen Elena Tsallagova groß in Aktion erleben. (weiterlesen…)

Unsterblichkeits-Festival 2014

Gilgamesch, der König von Babylon, will unsterblich sein und lehnt sich gegen die Götterwelt auf. Doch was heißt es eigentlich, unsterblich zu sein? Keine Falten und Bierbäuche zu bekommen und sich ewiger Jugend zu erfreuen? Im Wachkoma zu liegen? In den Gedanken anderer weiter zu existieren? (weiterlesen…)

Auf Leben und Tod

Was zählt eigentlich im Leben? Was kommt nach dem Tod? Schon das Gilgamesch-Epos stellte vor über 3000 Jahren Fragen, die bis heute nichts von ihrer Dringlichkeit verloren haben. In GILGAMESH MUST DIE! ist die Geschichte von Gilgamesch, der nach dem Tod seines besten Freundes Enkidu radikal sein Leben ändert, der Ausgangspunkt für ein gemeinsames Projekt der Deutschen Oper Berlin mit der Schweizer Band „The bianca Story“, dem Regisseur Daniel Pfluger sowie 16 Berliner Kindern und Jugendlichen. (weiterlesen…)