Der Blog

Herzlich Willkommen im Blog der Deutschen Oper Berlin! An dieser Stelle laden wir Sie ein, mit uns gemeinsam über aktuelle Premieren und Repertoirevorstellungen ins Gespräch zu kommen. Wir nehmen Sie mit auf die Reise in die belebte Vergangenheit des Hauses, erzählen Geschichten seiner Protagonisten, geben tiefere Einblicke in die vielfältige Jugendarbeit und stellen ihnen wunderbare Künstler/Innen vor. Wir freuen uns auf Sie und ihre Kommentare!

Curt A. Roesler

Curt A.Roesler

Curt A. Roesler, geboren 1952 in Zürich, studierte Kirchenmusik, Dirigieren und Musiktheater-Regie in Winterthur, Basel und Hamburg. Seit 1980 ist er Dramaturg der Deutschen Oper Berlin. Er unterrichtet an Volkshochschulen und Universitäten und gab einen Opernführer heraus.

Neue Musik kann Spaß machen und populär sein

Curt A. Roesler (CAR) im Gespräch mit Gerhard Scherer (GS) und Jobst Liebrecht (JL)

Am 28. September gibt das Landesjugendensemble Neue Musik, das erst Anfang des Jahres gegründet wurde und sich im Mai erstmals der Öffenltichkeit vorstellte, ein Konzert in der Tischlerei. Wir haben vor den Sommerferien die beiden Leiter des Projekts,  zu dem Vorhaben befragt. Hier das komplette Interview, das in Auszügen bereits in der »Tischlerei-Zeitung« (Beilage der »taz« am 10. September) veröffentlicht wurde. (weiterlesen…)

Verinnerlichung und Disziplin

William Spaulding im Gespräch mit Ulrich Amling.

Herr Spaulding, wir treffen uns am Tag nach einem Riesenerfolg für den Chor der Deutschen Oper Berlin in London zu diesem Interview. Nach der konzertanten TANNHÄUSER-Aufführung bei den Proms in der Royal Albert Hall erhielt Ihr Chor den größten Applaus. Wie wichtig ist so ein Erfolg für die Sängerinnen und Sänger?

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George Baker (1931–1997): Alunos-Discus

Seit 1978 ziert eine „Wolkenplastik“ die Wand des Parkett-Foyers zur Bismarckstraße. In den ersten Jahren stach sie durch ihre Oberfläche aus matt poliertem Metall heraus. Später wurde sie auf Wunsch des Architekten der Deutschen Oper Berlin, Fritz Bornemann, dunkel abgespritzt und so der allgemeinen Optik des Foyers angepasst. „Wolkenplastik“ (weiterlesen…)

Mauricio Kagel an der Deutschen Oper Berlin

Mit kaum einem Musiker konnte man so viel lachen wie mit Mauricio Kagel. Es war ein ernstes Lachen, ein Lachen mit Tiefe und mit Menschlichkeit. Nur selten fand er angesichts der kleinen und großen Tragödien des künstlerischen und menschlichen Alltags nicht zu einer scharfsinnigen Analyse, (weiterlesen…)

Sicht III – „Wie man findet, was man nicht sucht“ / Neue Szenen in der Tischlerei

Sehr, sehr oft kommen Mitglieder des Deutschen Bundestages in die Redaktion der Nowaja Gaseta zu uns, auf eigenen Wunsch, mit Reportern, Fotografen und allem. Sie melden sich an, sie möchten mit uns ein Gespräch haben. Wir nehmen uns die Zeit, setzen uns hin, führen stundenlange Gespräche mit ihnen, erklären ihnen Russland von A bis Z, von vorne bis hinten, und was ist das Resultat? Es passiert nichts, rein gar nichts. Sobald es um konkrete Fragen geht, um einen aktiven Beitrag, flüchten sie sich in hohle Phrasen, schließlich haben unsere Schilderungen den Bedarf an politischer Exotik bereits gedeckt. (Anna Politkowskaja, 2004)

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Sicht II – „It will be rain tonight“ / Neue Szenen in der Tischlerei

„Ich versuche in meinen Texten immer, konkrete Bezüge zu einem tatsächlichen Ereignis zu vermeiden. […] Es ging mir nicht um die Abbildung einer historischen Situation, so sehr sie für mich auch eine zentrale Rolle gespielt hat. […] Das war beim Schreiben zwar wesentlich, aber nicht Inhalt des Stücks, und deshalb habe ich es [die historische Situation] gar nicht erst als Kontext angegeben, da man sonst das Leid anderer als Rechtfertigung der eigenen Arbeit benutzt, was ich unlauter finde und zynisch. Außerdem verliert der Text an Bedeutung und Dimensionen, wenn man ihn zu konkret macht und auf eine Ebene begrenzt.“ (Sarah Kane am 8. Februar 1998 über ihre Stücke „Zerbombt“ und „Gesäubert“)

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Sicht I – „Die Unterhändlerin“ / Neue Szenen in der Tischlerei

„Eine womöglich noch tiefere Wahrheit aber ist es, dass das Subjekt, das ich bin, an das Subjekt, das ich nicht bin, gebunden ist, dass wir jeweils die Macht haben, zu zerstören, und der Möglichkeit ausgesetzt sind, zerstört zu werden. Wir sind wechselseitig in diesem prekären Verhältnis bestimmt. Unser aller Leben ist in diesem Sinn prekär.“ (Judith Butler, „Krieg und Affekt“)

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Benjamin Britten in Berlin 1947 bis 2013

Nur fünf eigene Produktionen von Opern von Benjamin Britten hat die Deutsche Oper Berlin in den vergangenen 65 Jahren herausgebracht. Dass eine deutsche Erstaufführung eines bis heute unterschätzten Werks, nämlich seiner letzten Oper TOD IN VENEDIG, und ein besonderes Experiment mit einer Oper in der Diskothek dabei waren, kann kaum über den Mangel hinwegtrösten. (weiterlesen…)

Janáček in Charlottenburg

Auf 13 Janáček-Premieren kann die Deutsche Oper Berlin zurückblicken. Das ist nicht übermäßig viel, aber auch nicht so wenig. Vor dem 2. Weltkrieg allerdings ist nur eine einzige Oper von Leoš Janáček erklungen, und diese auch nur zwei Mal. Allerdings war der Komponist selbst am 31. Mai 1926 zur Premiere KATJA KABANOWA angereist und lobte die Produktion anschließend in den höchsten Tönen, ja, die Aufführungen der Oper in seiner Heimat waren ihm von da an fad geworden.

1954 ging es mit JENUFA los, 1957 folgte zum zweiten Mal KATJA KABANOWA. Drei weitere Inszenierungen der JENUFA sollten bis 2012 folgen, eine dritte von KATJA KABANOVA und drei Raritäten: DIE AUSFLÜGE DES HERRN BROUČEK, AUS EINEM TOTENHAUS und DAS SCHLAUE FÜCHSLEIN. AUS EINEM TOTENHAUS sogar zwei Mal. (weiterlesen…)