Der Blog

Herzlich Willkommen im Blog der Deutschen Oper Berlin! An dieser Stelle laden wir Sie ein, mit uns gemeinsam über aktuelle Premieren und Repertoirevorstellungen ins Gespräch zu kommen. Wir nehmen Sie mit auf die Reise in die belebte Vergangenheit des Hauses, erzählen Geschichten seiner Protagonisten, geben tiefere Einblicke in die vielfältige Jugendarbeit und stellen ihnen wunderbare Künstler/Innen vor. Wir freuen uns auf Sie und ihre Kommentare!

22.05.2015

Perfekte Balance zwischen Kopf und Herz

Tischlereikonzert mit Werken des polnischen Komponisten Andrzej Panufnik

Sir Andrzej Panufnik hatte seine eigenen Theorien zu Musik und Geometrie. Er tüftelte und konstruierte lange an seinen Musikstücken. „Seine Witwe Camilla hat mir erzählt, dass er manchmal einen ganzen Tag lang an zwei Takten schrieb“, erzählt Tomasz Tomaszewski, seit 1982 erster Konzertmeister des Orchesters der Deutschen Oper Berlin. Nun könnte man meinen, dass sich Panufniks Musik abstrakt und spröde anhört. Weit gefehlt! „Seine Musik klingt ungeheuer emotional. Den mühevollen Kompositionsprozess merkt man ihr keine Sekunde lang an. Das ist für mich das größte Wunder“, so Tomaszewski. (more…)

11.05.2015

Triumph des Menschlichen

Das Schicksal einer jüdischen Frau zwischen Riga und Berlin: „Valentina“ als Gastspiel aus Lettland

In den Jahren 1938 bis 1941 wirkte Leo Blech als Erster Gastdirigent an der Lettischen Nationaloper in Riga. Seine Position als Generalmusikdirektor des Deutschen Opernhauses Charlottenburg hatte er seiner jüdischen Herkunft wegen verloren. Nun leitete er in Riga Aufführungen von Verdi- und Mozart-Opern. Im Publikum saß ein junges Mädchen, dessen Familie mit Blech aus ihrer Berliner Zeit flüchtig bekannt war: Valentina Loewenstein. (more…)

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08.05.2015

Die Kunst der leisen Töne

Mit seinen Tenören ist Richard Strauss nicht zimperlich umgegangen. Die Rollen sind in der Regel kurz, undankbar und liegen unbequem in der Stimme. Während ihm für Frauenstimmen eine großartige Partie nach der anderen eingefallen ist und er die tiefen Männerstimmen immerhin noch mit effektvollen komischen Rollen versorgt hat, müssen sich die Tenöre abplagen und erzielen kaum mal einen nennenswerten Effekt. „Ich hätte gerne die Tenöre der Strauss-Zeit live gehört und nicht nur in Aufnahmen“, wünscht sich Pavol Breslik, „denn diese Partien sind für uns einfach harte Arbeit. Das hat Richard Strauss offenbar so gefallen, und deshalb wüsste ich gerne, wie es im Theater klang, als meine Vorgänger das gesungen haben.“ (more…)

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05.05.2015

„Wir machen alles mit der Zungenspitze“

Tschaikowskijs „Eugen Onegin“ feiert Wiederaufnahme: Ein Gespräch mit Etienne Dupuis und Karan Armstrong über die Ära von Götz Friedrich

Berliner Morgenpost: Frau Armstrong, in Götz Friedrichs Inszenierung von „Eugen Onegin“ sang vor einigen Jahren noch einmal die damals über 60-jährige Mirella Freni die Tatjana. Woraus sich ganz organisch die Frage ergibt: Warum singen Sie heute nicht diese Rolle?

Karan Armstrong: (Lacht laut auf.) Oh, vielen Dank! Die Frage ist bloß, wer singt dann Larina?! Ich habe Tatjana übrigens wirklich einmal gesungen, in Amerika in einer Hochschulproduktion. Ich glaube, ich bräuchte eine Woche, um das zu reaktivieren. (more…)

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04.05.2015

Zeugin eines Jahrhunderts

Die Memoiren von Valentina Freimane haben die Oper VALENTINA inspiriert, die als Gastspiel der Lettischen Nationaloper Riga an die Deutsche Oper Berlin kommt. Eine Begegnung

Ein Mietshaus in Kreuzberg, West-Platte, nur wenige Minuten vom Landwehrkanal entfernt. Hier lebt Valentina Freimane: zwischen meterlangen Regalwänden, Büchern, Zeitschriften, Videos, DVDs. (more…)

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16.04.2015

Der Mann fürs Große

Millionenfrage des Tages: Wer hat die „Klangfarbe“ in der Musik erfunden? Zunächst einmal: Klangfarbe, das ist mehr als Klang. Es ist das Changieren der harmonischen Flächen und Stoffe. Ein Geschehen, das gleichwertig neben die Melodien tritt. Wagner ist es, dem gern nachgesagt wird, die Klangfarbe „erfunden“ zu haben, insbesondere ab „Lohengrin“ (1850). Parallel zu ihm, genau genommen schon 20 Jahre früher, hatte indes Hector Berlioz in der „Symphonie fantastique“ das Orchestertimbre in der Musik neu verortet. Und zwar unabhängig von Wagner, welcher der Uraufführung von „Roméo et Juliette“ in Paris 1839 seinerseits beiwohnte. Berlioz lernte Wagner bei späterer Gelegenheit kennen. Seine Musik mochte er nicht. (more…)

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15.04.2015

Verstrickt in die ganz große Lüge

Mit dem Triptychon „Ohio“ bringen junge Künstler DDR-Spionage-Geschichten auf die Bühne der Tischlerei

Mitten in der Nacht macht sich der Mann aus dem Staub. Kein Streit, keine Erklärung. Das Baby schreit, die Frau telefoniert mit Polizei und Krankenhäusern, doch er bleibt spurlos verschwunden. Für immer. Die Führungsoffizierin hat den Mann abgezogen. Die Informationen, die der Spion über seine Frau an die Stasi lieferte, sind nicht mehr wertvoll. Er bekommt eine neue Identität, ein neues Leben, vielleicht eine neue Familie. (more…)

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15.04.2015

„Erhabenheit ist nichts Schlechtes“

Sasha Waltz über Hector Berlioz, ihre Entscheidung für Berlin und Kinder-Choreografien im Garten

Shakespeares bewegende Liebesgeschichte inspirierte Hector Berlioz zur Komposition der dramatischen Sinfonie „Roméo et Juliette“ für drei Solisten, drei große Chöre und Orchester. Die Opéra National de Paris beauftragte Sasha Waltz im Jahr 2007 mit der Choreografie. Nach der Wiederaufnahme im Frühjahr 2012 an der Opéra National de Paris wurde „Roméo et Juliette“ im Herbst 2012 in das Repertoire der Mailänder Scala aufgenommen. Nun feiert die Koproduktion der Deutschen Oper Berlin, der Mailänder Scala und Sasha Waltz & Guests auch Premiere in Berlin. Dabei wird „Roméo und Juliette“ erstmals von den Tänzern der Compagnie Sasha Waltz & Guests getanzt. (more…)

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30.03.2015

Der Feind in meinem Bett

Drei Kurzopern des Kompositionswettbewerbs NEUE SZENEN II beleuchten ein dunkles Kapitel der deutsch-deutschen Geschichte

Ein großer Liebhaber ist dieser Romeo nicht. Mit Shakespeares jugendlichem Helden hat er überhaupt nur eines gemeinsam: die Bereitschaft zur Selbstaufgabe. Wohinter in seinem Fall jedoch keine edlen, sondern arglistige Motive stehen. Thomas Zaletzki ist ein Lügner. Ein Spion. Ein Romeo. So lautet die nachrichtendienstliche Bezeichnung für einen männlichen Agenten, der im Zuge seiner Mission eine Liebesbeziehung mit der weiblichen Zielperson eingeht. Undercover, selbst im Bett. Eine Methode, die besonders bei der Stasi beliebt war. (more…)

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30.03.2015

Liebe kann Grenzen überwinden

Sasha Waltz bringt ihre Version von Berlioz’ ROMEO UND JULIETTE nach Berlin

Es war Liebe auf den ersten Blick: Als Generalmusikdirektor Donald Runnicles an der Pariser Bastille-Oper Berlioz’ ROMEO UND JULIETTE in der Inszenierung von Sasha Waltz sah, war er so angetan, dass er sich sofort dazu entschloss, die Arbeit auch in Berlin zu zeigen. Wenn ROMEO UND JULIETTE im April in der Deutschen Oper herauskommt, handelt es sich gleichwohl um eine Premiere. Denn Sasha Waltz wird die Choreografie mit den Tänzern ihres Berliner Ensembles einstudieren. (more…)

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