Der Blog

Herzlich Willkommen im Blog der Deutschen Oper Berlin! An dieser Stelle laden wir Sie ein, mit uns gemeinsam über aktuelle Premieren und Repertoirevorstellungen ins Gespräch zu kommen. Wir nehmen Sie mit auf die Reise in die belebte Vergangenheit des Hauses, erzählen Geschichten seiner Protagonisten, geben tiefere Einblicke in die vielfältige Jugendarbeit und stellen ihnen wunderbare Künstler/Innen vor. Wir freuen uns auf Sie und ihre Kommentare!

25.05.2016

Nicht warm werden lassen!

Roberto Rizzi Brignoli über „Der Troubadour“, den Unterschied zwischen Repertoire und Premiere und das Geheimnis eines italienischen Klangs

Roberto Rizzi Brignoli, geboren 1961 in Bergamo, wo er bis heute lebt, zählt zu den profiliertesten Dirigenten des italienischen Fachs. Ausgebildet als Dirigent und Pianist, war er zunächst Assistent bei Gianandrea Gavazzeni und Riccardo Muti an der Mailänder Scala. An der Deutschen Oper Berlin dirigierte er regelmäßig nicht nur Repertoire-Vorstellungen, sondern auch Premieren wie „La Rondine“, „Der Liebestrank“, „Macbeth“ und „I due Foscari“ (konzertant mit Leo Nucci). Im Mai kehrt er für die Wiederaufnahme von Verdis „Der Troubadour“ zurück.

Berliner Morgenpost: Herr Rizzi Brignoli, als Herbert von Karajan in den 30er Jahren an der Wiener Staatsoper debütieren sollte, (more…)

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10.05.2016

„Ich hasse Escamillo!“

Vor fünf Jahren begann Marko Mimica seine Karriere im Ensemble der Deutschen Oper Berlin. Jetzt steht der Bassbariton vor dem nächsten Schritt: Dem in die Freiberuflichkeit

Diesen einen Moment wird Marko Mimica nie vergessen. Er war frisch aus Kroatien eingetroffen und gab sein Debüt an der Deutschen Oper Berlin. „Tosca“ stand im September 2011 auf dem Spielplan, zum ersten Mal sang der junge Bassbariton den politischen Gefangenen Angelotti. Er hatte damals schon drei Jahre lang während seiner Studienzeit am Nationaltheater in Zagreb gesungen, aber wirklich große Stimmen kannte er nur von CDs. Auf einen Tenor wie Marcello Giordani mit seinen unerhörten Spitzentönen war er einfach nicht vorbereitet. (more…)

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28.04.2016

Chemo Brother

CHEMO BROTHER, das dritte Jugendprojekt in dieser Spielzeit, widmet sich den Themen Liebe und Krankheit.

Regisseurin Marielle Sterra war aufgefallen, dass vor eineinhalb Jahren plötzlich sehr viele Bücher über krebskranke Jugendliche erschienen waren. „Ich habe mich gefragt: Was ist eigentlich mit den Geschwistern? Wie gehen die damit um? Über sie wird viel weniger geschrieben.“ Und so entwickelte Sterra CHEMO BROTHER: (more…)

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27.04.2016

Komponierte Nahtoderfahrung

Ein Gespräch von Isabel Herzfeld mit Georg Friedrich Haas über seine Oper MORGEN UND ABEND

Herr Haas, alle Ihre Opern behandeln Themen der Transzendenz, es geht um Nacht in einem sehr umfassenden Sinne, um unlösbare Verstrickungen mit der Vergangenheit, um Tod und Sterben. Ihre Oper MELANCHOLIA von 2008 auf ein Libretto des norwegischen Autors Jon Fosse zeigt, wie ein Mensch in den Wahnsinn getrieben wird. Hatten Sie damals schon die Idee, noch einen Schritt weiter zu gehen und MORGEN UND ABEND zu vertonen?

Fosse machte mir selbst den Vorschlag, das Libretto zu schreiben. (more…)

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26.04.2016

Zwischen den Tönen

Georg Friedrich Haas’ neue Oper „Morgen und Abend“ basiert auf einem Roman von Jon Fosse

Welche Ereignisse machen das Leben lebenswert? Für einen Opernsänger gehört das Debüt am Londoner Royal Opera House sicher dazu. „Aber auch die duftende Tasse Kaffee am Morgen“, betont der Bariton Christoph Pohl. Die kleinen Glücksmomente sind nicht zu unterschätzen. Wie viel Gewicht werden sie haben, wenn man am Ende Bilanz zieht? Welche Inhalte ergeben ein erfülltes Leben? Was ist wirklich wichtig? Die neue Oper von Georg Friedrich Haas „Morgen und Abend“ lädt dazu ein, sich für anderthalb Stunden mit solchen Fragen zu beschäftigen. (more…)

24.04.2016

Primadonna, tiefergelegt

Irene Roberts gilt als eine der großen Hoffnungen im Ensemble der Deutschen Oper – auch als Carmen

Auch für Mezzosoprane kann das Leben hart sein. Wenn Irene Roberts ihrem neunmonatigen Sohn Austen mit halber Stimme vorsingt, macht der zuerst große Augen. Und fängt dann an zu weinen. Ein neuerlicher Versuch wurde um einige Monate vertagt. Zuhause in Wilmersdorf, wo die gebürtige Kalifornierin mit ihrer Familie lebt, singt sie fast gar nicht. Sondern geht zum Üben in die Bismarckstraße zur Deutschen Oper. „Der Einzige, der sich überhaupt gar nichts anmerken lässt, wenn ich singe, ist unser Hund Miki“, so Roberts. Der japanische Shiba, ein Jagdspitz, hat vielmehr, wenn die Mama weg ist, eine Erziehungsrolle zu übernehmen. „Das Krabbeln“, erzählt Ehemann Devon lachend, „hat unser Baby ganz eindeutig nicht von uns gelernt. Sondern von unserem Hund“. (more…)

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13.04.2016

Leichte Brise

Christa Ludwig attestierte der jungen Australierin Siobhan Stagg „eine der schönsten Stimmen, die ich je gehört habe“. Die singt jetzt Sophie im „Rosenkavalier“.

Pink. Und Weiß und Silber. In diesen drei Saison-Farben hat die Sopranistin Siobhan Stagg ihre Charlottenburger Wohnung dekoriert. Dezent genug. Die Farben zeigen sich in Tulpen und frischen Lilien, die einen schweren Duft im gesamten 3. Stock verbreiten. Auf dem Tisch stehen frische Erdbeeren. Vielleicht hat das alles eine private symbolische Bedeutung? Die Tage der nichtrosa Fernbeziehung – und zwar einer sehr fernen Fernbeziehung – sind vorbei, seit vor einigen Tagen ihr Freund, ein Bratschist, aus Australien nachgekommen ist. (more…)

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31.03.2016

In kurzen Hosen

Dass Gedichte heute nur selten vorgelesen und noch seltener auswendig gelernt werden – und dass Gedichtbände heute nicht mehr unter dem Kopfkissen liegen, wo sie hingehören! –, das macht das Liedersingen nicht einfacher. Gedichte erscheinen vielen heute als literarisch abgehoben. Das ist ein Problem! Mit anderen Worten: Mahlers Lieder aus „Des Knaben Wunderhorn“ sollten auf der Bühne nicht allzu hochliterarisch daherkommen. (more…)

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16.03.2016

Ein Signal für Musik

Mit der Deutschen Oper Berlin ist er nun schon beinahe sein ganzes Leben lang eng verbunden und das will etwas heißen: Denn Aribert Reimann, Pianist und einer der meistgespielten deutschen Opernkomponisten der Gegenwart, ist in diesen Tage 80 Jahre alt geworden. Als Junge saß er im Parkett, sein Studium finanzierte er mit einer Anstellung als Korrepetitor am Studio der damaligen Städtischen Oper und auch als bereits renommierter Komponist geht er weiterhin im Haus ein und aus. Lebhaft und mit Tempo. Überhaupt scheint ihn das Alter wenig zu interessieren und von Ruhestand ist schon gar keine Rede: Gerade arbeitet er wieder an einem neuen Stück, das im kommenden Jahr uraufgeführt werden soll. (more…)

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12.03.2016

Hexer, Zinker, Zicken-Bändiger

Die Opern von Richard Strauss gelten als unwiderstehlich. Bloß: Wieso?

Über Richard Strauss ist alles gesagt. Wahrscheinlich kriegen wir genau deswegen nie genug von ihm. Der Mann, der sich in den 30er Jahren ein bisschen mit den Nazis anlegte, aber nicht zu sehr, war gewiss – auch – ein egozentrischer Hallodri, dem der politische Lauf der Welt gleichgültig war, solange seine eigenen Dinge gut liefen. Seine Passion fürs Skat-Spiel diente dazu, den unendlichen Strom von Musik, der aus seinem Kopf heraus wollte, zumindest für eine Weile einzudämmen. So verschiedenartige Meisterwerke wie der zuckrige „Der Rosenkavalier“, die unzüchtige „Salome“ und die terroristische „Elektra“ zeigen, dass er sich nie wiederholte – und doch unverkennbar blieb. Strauss ist charmanter Hexer und ehrlicher Zinker zugleich. Gäbe es ihn nicht, man könnte ihn nicht erfinden. (more…)

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