Der Blog

Herzlich Willkommen im Blog der Deutschen Oper Berlin! An dieser Stelle laden wir Sie ein, mit uns gemeinsam über aktuelle Premieren und Repertoirevorstellungen ins Gespräch zu kommen. Wir nehmen Sie mit auf die Reise in die belebte Vergangenheit des Hauses, erzählen Geschichten seiner Protagonisten, geben tiefere Einblicke in die vielfältige Jugendarbeit und stellen ihnen wunderbare Künstler/Innen vor. Wir freuen uns auf Sie und ihre Kommentare!

03.03.2015

Der Frauenversteher

Giacomo Puccini schöpfte die Inspiration zu seinen Opern immer wieder aus privaten Liebesverhältnissen

Die Titel seiner Opern sprechen für sich. MANON LESCAUT, TOSCA, FRÄULEIN SCHMETTERLING, TURANDOT. Giacomo Puccini liebte die Frauen. Er machte sie zu den Heldinnen seiner Dramen, auch wenn – oder gerade weil – sie die Opfer der Geschehnisse werden, die ihnen die eigene Verliebtheit, ein skrupelloser Mann oder das ungnädige Schicksal aufgezwungen haben. (more…)

Kommentare (0)

Schlagwörter:

02.03.2015

„Ich liege seit 20 Jahren auf der Couch“

Opernstar Rolando Villazón inszeniert „La Rondine“. Er spricht über die Oper, die Überwindung von Krisen und die Masken seiner Persönlichkeit.

 

Berliner Morgenpost: Herr Villazón, die Handlung von Puccinis „La Rondine“ klingt komplex. Können Sie sie mal kurz zusammenfassen?

Rolando Villazón: Gerne doch. In zwei Sätzen: Es geht um die Erfüllung von Magdas Vorstellung von wahrer, romantischer Liebe. Und wie sie scheitert. Das hätten Sie nicht gedacht, oder?!

Meine Hochachtung! Und die Musik?

Ist transparent, jedenfalls nicht dick oder ölig. Aber trotzdem leicht kitschig und sehr naiv in ihren – sehr schönen – Melodien. Wir versuchen das Ganze nicht als Hochzeitstorte zu servieren. Die Entstehungszeit in den 20er Jahren war zugleich die Blütezeit des Surrealismus. (more…)

Kommentare (0)

17.02.2015

Freiheitskämpfer ohne Kraft

Eine Geschichte von Feindschaft und Heiligem Krieg, von Macht und Lust, von Gott und Götzen, von gebrochenen Tabus. „Samson und Dalila“, die einzige erfolgreiche der 13 Opern von Camille Saint-Saëns, birgt ohne Frage eine Menge thematischen Zündstoff, ohne dabei Partei zu ergreifen. Ferdinand Lemaires Libretto, in Anlehnung an das biblische Buch der Richter, Kapitel 13-16, zeigt keinen Sieger und keine Wahrheit auf. Der Ort: Gaza, um 1100 v. Chr. (more…)

Kommentare (0)

16.02.2015

„Ich bin meinem Talent gefolgt“

Für Elbenita Kajtazi aus dem Kosovo erfüllte sich ein Lebenstraum

Wie gemalt sieht sie aus. Mit ihrem seidenen Schal, den langen dunklen Haaren und den geheimnisvollen Augen unter nicht endenwollenden Wimpern: Elbenita Kajtazi, Sopranistin und Stipendiatin der Deutschen Oper Berlin. Die 23-Jährige lacht viel und laut und strahlt eine Gelassenheit aus, die man kaum fassen kann, wenn man ihre bewegte Lebensgeschichte hört. Später wird sie sagen: „Ich lebe meinen Traum. Ich habe allen Grund glücklich zu sein.“ (more…)

Kommentare (0)

02.02.2015

Wer hasst, kann nicht trauern

„Elektra“ von Richard Strauss in der Inszenierung von Kirsten Harms und mit drei Sängerinnen von Weltrang

„Wo bleibt Elektra?“ Keine Ouvertüre, kein instrumentales Vorgeplänkel, nichts. Mit einer profanen Frage einer Magd beginnt diese Oper, die doch an Intensität kaum zu überbieten ist. Die 1909 uraufgeführte „Elektra“ von Richard Strauss nach dem gleichnamigen Drama von Hugo von Hofmannsthal nimmt gerade mal 1 Stunde 50 Minuten pausenlose Spieldauer in Anspruch, aber die hat es in sich. Die Atmosphäre in diesem Opernschocker, in dem von Beginn an der Rachegedanke dominiert, ist noch düsterer als in der vier Jahre älteren Oper „Salome“, obwohl die Gewalt, wie im antiken Drama üblich, sich hinter der Szene abspielt. (more…)

23.01.2015

Die Kraft der Verzweiflung

Evelin Herlizius im Gespräch mit Uwe Friedrich

Frau Herlitzius, Sie singen unter anderem die Elektra von Richard Strauss, Turandot von Giacomo Puccini, die Lady Macbeth von Giuseppe Verdi und die Lady Macbeth von Mzensk von Dmitrij Schostakowitsch. In diesen Rollen verkörpern Sie Frauenfiguren am Rande des Nervenzusammenbruchs, die kaum sympathisch wirken. Wie finden Sie einen Zugang zu diesen Rollen?

Das klingt mir ein bisschen zu hysterisch. (more…)

Kommentare (0)

19.01.2015

Alles nur aus Liebe – Zu Schostakowitschs „Lady Macbeth von Mzensk“

Mit Schostakowitschs „Lady Macbeth von Mzensk” präsentiert die Deutsche Oper Berlin eines der Meisterwerke des 20. Jahrhunderts

Liest man lediglich die Handlung von Dmitrij Schostakowitschs bedeutendster Oper „Lady Macbeth von Mzensk“, erscheint deren Titelfigur Katerina Lwowna nicht gerade als Sympathieträgerin. Mehr noch: Die Geschichte einer gelangweilten Kaufmannsfrau, die zuerst ihren Schwiegervater und dann ihren Ehemann ermordet und dafür verdientermaßen in die Verbannung nach Sibirien geschickt wird, ist auf den ersten Blick kaum operntauglich. (more…)

Kommentare (0)

18.01.2015

Valentina 1939 – 1944

Die Geschichte von Valentina ist nicht erfunden. Sie wurde von den Erinnerungen der Theater- und Filmwissenschaftlerin Valentina Freimane (geborene Loewenstein) inspiriert. 1939 war Valentina eine siebzehnjährige Jüdin im unabhängigen Lettland. Sie war als Tochter wohlhabender Eltern in Riga, Paris und Berlin aufgewachsen und als Jugendliche mit ihrer Familie nach Lettland umgezogen. Der Vater war Jurist, seine Klientel bestand vorwiegend aus großen internationalen Unternehmen und Banken. Die Mutter war eine gut gebildete und kulturliebende Dame der Gesellschaft. Valentina war die einzige Tochter ihrer Eltern. Sie hatte eine gute Bildung erhalten und während des letzten Friedenssommers hat sie ihre erste Liebe getroffen, Dima, den sie kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges heiratete. (more…)

Kommentare (0)

18.01.2015

Aus dem Inhalt: VALENTINA – Eine Oper in zwei Akten von Arturs Maskats

Erster Akt
Es ist Frühling 1939, Ostern. In einem sonnigen Gästezimmer sitzen die Gäste, Valentinas Mutter mit einem Verehrer, Valentinas Vater und Alexei am Tisch. Alle sind vergnügt. Die Kinder spielen, darunter auch Valentina, Alexei und das Kindermädchen. Nach dem Spielen stellt Valentina als die Jüngste am Tisch vor der Mahlzeit die vier rituellen Fragen des „Ma Nishtana“, darauf antwortet der Älteste am Tisch – ihr Vater. (more…)

Kommentare (0)

18.01.2015

Arturs Maskats über Valentina

Was hat Sie dazu bewegt, eine Oper zu schreiben, die über die tragische Vergangenheitserfahrung einer Persönlichkeit erzählt?
Ich habe schon immer ein großes Interesse an dieser Zeit gehabt: dem Anfang des Zweiten Weltkrieges. Es war ein Wendepunkt in der lettischen Geschichte – die Zeit, als unser unabhängiger Staat vernichtet wurde und die Gesellschaft innerhalb kürzester Zeit eine tiefe Erschütterung erfahren hat. Der sowjetischen Besatzung folgten die deutsche Besatzung und der Holocaust. Das Ganze geschah sehr konzentriert innerhalb einer kurzen Zeitspanne. (more…)

Kommentare (0)