Der Blog

Herzlich Willkommen im Blog der Deutschen Oper Berlin! An dieser Stelle laden wir Sie ein, mit uns gemeinsam über aktuelle Premieren und Repertoirevorstellungen ins Gespräch zu kommen. Wir nehmen Sie mit auf die Reise in die belebte Vergangenheit des Hauses, erzählen Geschichten seiner Protagonisten, geben tiefere Einblicke in die vielfältige Jugendarbeit und stellen ihnen wunderbare Künstler/Innen vor. Wir freuen uns auf Sie und ihre Kommentare!

16.04.2015

Der Mann fürs Große

Millionenfrage des Tages: Wer hat die „Klangfarbe“ in der Musik erfunden? Zunächst einmal: Klangfarbe, das ist mehr als Klang. Es ist das Changieren der harmonischen Flächen und Stoffe. Ein Geschehen, das gleichwertig neben die Melodien tritt. Wagner ist es, dem gern nachgesagt wird, die Klangfarbe „erfunden“ zu haben, insbesondere ab „Lohengrin“ (1850). Parallel zu ihm, genau genommen schon 20 Jahre früher, hatte indes Hector Berlioz in der „Symphonie fantastique“ das Orchestertimbre in der Musik neu verortet. Und zwar unabhängig von Wagner, welcher der Uraufführung von „Roméo et Juliette“ in Paris 1839 seinerseits beiwohnte. Berlioz lernte Wagner bei späterer Gelegenheit kennen. Seine Musik mochte er nicht. (more…)

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15.04.2015

Verstrickt in die ganz große Lüge

Mit dem Triptychon „Ohio“ bringen junge Künstler DDR-Spionage-Geschichten auf die Bühne der Tischlerei

Mitten in der Nacht macht sich der Mann aus dem Staub. Kein Streit, keine Erklärung. Das Baby schreit, die Frau telefoniert mit Polizei und Krankenhäusern, doch er bleibt spurlos verschwunden. Für immer. Die Führungsoffizierin hat den Mann abgezogen. Die Informationen, die der Spion über seine Frau an die Stasi lieferte, sind nicht mehr wertvoll. Er bekommt eine neue Identität, ein neues Leben, vielleicht eine neue Familie. (more…)

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15.04.2015

„Erhabenheit ist nichts Schlechtes“

Sasha Waltz über Hector Berlioz, ihre Entscheidung für Berlin und Kinder-Choreografien im Garten

Shakespeares bewegende Liebesgeschichte inspirierte Hector Berlioz zur Komposition der dramatischen Sinfonie „Roméo et Juliette“ für drei Solisten, drei große Chöre und Orchester. Die Opéra National de Paris beauftragte Sasha Waltz im Jahr 2007 mit der Choreografie. Nach der Wiederaufnahme im Frühjahr 2012 an der Opéra National de Paris wurde „Roméo et Juliette“ im Herbst 2012 in das Repertoire der Mailänder Scala aufgenommen. Nun feiert die Koproduktion der Deutschen Oper Berlin, der Mailänder Scala und Sasha Waltz & Guests auch Premiere in Berlin. Dabei wird „Roméo und Juliette“ erstmals von den Tänzern der Compagnie Sasha Waltz & Guests getanzt. (more…)

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30.03.2015

Der Feind in meinem Bett

Drei Kurzopern des Kompositionswettbewerbs NEUE SZENEN II beleuchten ein dunkles Kapitel der deutsch-deutschen Geschichte

Ein großer Liebhaber ist dieser Romeo nicht. Mit Shakespeares jugendlichem Helden hat er überhaupt nur eines gemeinsam: die Bereitschaft zur Selbstaufgabe. Wohinter in seinem Fall jedoch keine edlen, sondern arglistige Motive stehen. Thomas Zaletzki ist ein Lügner. Ein Spion. Ein Romeo. So lautet die nachrichtendienstliche Bezeichnung für einen männlichen Agenten, der im Zuge seiner Mission eine Liebesbeziehung mit der weiblichen Zielperson eingeht. Undercover, selbst im Bett. Eine Methode, die besonders bei der Stasi beliebt war. (more…)

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30.03.2015

Liebe kann Grenzen überwinden

Sasha Waltz bringt ihre Version von Berlioz’ ROMEO UND JULIETTE nach Berlin

Es war Liebe auf den ersten Blick: Als Generalmusikdirektor Donald Runnicles an der Pariser Bastille-Oper Berlioz’ ROMEO UND JULIETTE in der Inszenierung von Sasha Waltz sah, war er so angetan, dass er sich sofort dazu entschloss, die Arbeit auch in Berlin zu zeigen. Wenn ROMEO UND JULIETTE im April in der Deutschen Oper herauskommt, handelt es sich gleichwohl um eine Premiere. Denn Sasha Waltz wird die Choreografie mit den Tänzern ihres Berliner Ensembles einstudieren. (more…)

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16.03.2015

ROMEO UND JULIA als Inspirationsquelle

Shakespeares Texte haben Komponisten durch die Jahrhunderte inspiriert, angefangen mit Purcells THE FAIRY QUEEN, die auf dem Stoff des „Sommernachtstraums“ basiert, bis hin zu Thomas Adès’ Studien zum STURM. Diese Reise durch die Jahrhunderte endet schließlich in der Jetzt-Zeit:

Das Orchester der Deutschen Oper vergibt in diesem Jahr ein Auftragswerk an den Komponisten Mathias Hinke, das sich auf das Drama „Romeo und Julia“ beziehen und Shakespeares Sprache in einem Kammermusikwerk zu Gehör bringen wird. Mit Mathias Hinke sprach Dramaturg Sebastian Hanusa über die Neukomposition und die Inspirationsquelle William Shakespeare. (more…)

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16.03.2015

NEUE SZENEN II: Wir sind belauscht mit Ohr und Blick

Zum zweiten Mal nach 2013 ist die Tischlerei Ort der NEUEN SZENEN, des gemeinsamen Musiktheaterprojekts der Deutschen Oper Berlin und der Hochschule für Musik Hanns Eisler.

Am Anfang der NEUEN SZENEN II stand der internationale Kompositionswettbewerb, den die Deutsche Oper Berlin zusammen mit der Hochschule ausgelobt hatte. Im Januar 2014 wählte eine Jury unter Vorsitz von Manfred Trojahn unter 50 Bewerbern drei Komponisten aus, an die der Auftrag erging, zusammen mit drei jungen Dramatikern aus dem Studiengang „Szenisches Schreiben“ der Universität der Künste je eine Kammeroper von 20 bis 30 Minuten zu schreiben, die an einem Abend gemeinsam aufgeführt werden. (more…)

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06.03.2015

Back to the Roots

Strawinskijs GESCHICHTE VOM SOLDATEN kehrt für eine Aufführung in die Tischlerei zurück

Er war der Radikalste von allen: Als sich der 35-jährige Igor Strawinskij gegen Ende des Ersten Weltkriegs daran machte, das russische Märchen GESCHICHTE VOM SOLDATEN zu vertonen, stellte er den ganzen herkömmlichen Opernapparat erstmal auf Null. Statt eines großen Orchesters, eines Opernchores und opulenter Ausstattung braucht das knapp einstündige Stück nur sieben Musiker, zwei Darsteller und einen Erzähler und lässt sich schon mit den knappsten szenischen Mitteln auf die Bühne bringen. (more…)

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03.03.2015

Der Frauenversteher

Giacomo Puccini schöpfte die Inspiration zu seinen Opern immer wieder aus privaten Liebesverhältnissen

Die Titel seiner Opern sprechen für sich. MANON LESCAUT, TOSCA, FRÄULEIN SCHMETTERLING, TURANDOT. Giacomo Puccini liebte die Frauen. Er machte sie zu den Heldinnen seiner Dramen, auch wenn – oder gerade weil – sie die Opfer der Geschehnisse werden, die ihnen die eigene Verliebtheit, ein skrupelloser Mann oder das ungnädige Schicksal aufgezwungen haben. (more…)

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02.03.2015

„Ich liege seit 20 Jahren auf der Couch“

Opernstar Rolando Villazón inszeniert „La Rondine“. Er spricht über die Oper, die Überwindung von Krisen und die Masken seiner Persönlichkeit.

Berliner Morgenpost: Herr Villazón, die Handlung von Puccinis „La Rondine“ klingt komplex. Können Sie sie mal kurz zusammenfassen?

Rolando Villazón: Gerne doch. In zwei Sätzen: Es geht um die Erfüllung von Magdas Vorstellung von wahrer, romantischer Liebe. Und wie sie scheitert. Das hätten Sie nicht gedacht, oder?!

Meine Hochachtung! Und die Musik?

Ist transparent, jedenfalls nicht dick oder ölig. (more…)

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