Der Blog

Herzlich Willkommen im Blog der Deutschen Oper Berlin! An dieser Stelle laden wir Sie ein, mit uns gemeinsam über aktuelle Premieren und Repertoirevorstellungen ins Gespräch zu kommen. Wir nehmen Sie mit auf die Reise in die belebte Vergangenheit des Hauses, erzählen Geschichten seiner Protagonisten, geben tiefere Einblicke in die vielfältige Jugendarbeit und stellen ihnen wunderbare Künstler/Innen vor. Wir freuen uns auf Sie und ihre Kommentare!

24.09.2013

Herzenswünsche

In den Tischlereikonzerten präsentieren die Mitglieder des Orchesters außergewöhnliche Kammermusikprogramme

Davon träumen alle Musiker: Endlich mal Konzertprogramme gestalten zu können, in denen sie einfach die Werke spielen dürfen, die ihnen am Herzen liegen. Musik, mit der sie aufgewachsen sind, die sie geprägt hat, oder auf die sie neugierig sind. Die Musiker und Musikerinnen des Orchesters der Deutschen Oper Berlin haben sich jetzt diesen Traum erfüllt: Sechs Mal wird in dieser Spielzeit die neue zweite Spielstätte des Hauses in der Tischlerei zum Konzertsaal für Kammermusik.

Für ihre neue Reihe der Tischlereikonzerte haben sich die Musiker dabei von den großen Opernpremieren thematisch inspirieren lassen: Ausgehend von der politischen Dimension, die den Opern Giuseppe Verdis schon früh beigemessen wurde, stellen die Musiker im Umfeld der Premiere des NABUCCO im ersten Tischlereikonzert unter dem Motto „Empört euch!“ die Frage, wie Musik politisch sein kann, und stellen dem e-Moll-Streichquartett Verdis „politische Musik“ von Hans Werner Henze, Luciano Berio, Dmitrij Schostakowitsch und dem in Berlin lebenden Komponisten Samir Odeh-Tamimi zur Seite. Zum Konzept der Tischlereikonzerte gehört auch, dass hier nicht nur gespielt, sondern auch das Wort ergriffen wird. Während in „Empört euch!“ Odeh-Tamimi im Gespräch mit Jörg Königsdorf den Möglichkeiten politischer Musik nachgeht, erzählen im zweiten Konzert „Spotlights“ die Musiker selbst über die Beziehungen, die sie mit ihren Lieblingsstücken verbinden.

Immer wieder werden die Musiker des Orchesters bei den Tischlereikonzerten auch von den anderen künstlerischen Ensembles des Hauses unterstützt: von Mitgliedern des Chores, die beim dritten Konzert „Am Anfang war das Wort“ im Rahmen der Wiederaufnahme von Janáčeks JENUFA der engen Verbindung von Sprachrhythmus und Melodie in der tschechischen Sprache nachspüren, oder auch von den Solisten, die beim vierten Konzert „Der Teufel hole das Menschengeschlecht!“ mit Strawinskijs DIE GESCHICHTE VOM SOLDATEN mit dabei sind. Nach dem fünften Konzert, bei dem sich die Akademisten des Orchesters – unter anderem mit einer Uraufführung – präsentieren, schließt die Reihe im Mai, im Umfeld der Premiere von Brittens BILLY BUDD mit einem Konzert, das Werke von Britten, Henry Purcell und als Hauptstück das Streichsextett von Brittens hierzulande kaum bekanntem Lehrer Frank Bridge vorstellt.

Aus:  Deutsche Oper Magazin September 2013

Foto © 2013, Yana Wernecke

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