Der Blog

Herzlich Willkommen im Blog der Deutschen Oper Berlin! An dieser Stelle laden wir Sie ein, mit uns gemeinsam über aktuelle Premieren und Repertoirevorstellungen ins Gespräch zu kommen. Wir nehmen Sie mit auf die Reise in die belebte Vergangenheit des Hauses, erzählen Geschichten seiner Protagonisten, geben tiefere Einblicke in die vielfältige Jugendarbeit und stellen ihnen wunderbare Künstler/Innen vor. Wir freuen uns auf Sie und ihre Kommentare!

12.11.2013

Unvergessliche Jazz-Balladen

Die BigBand der Deutschen Oper Berlin würdigt Nat King Cole

Als Jazz-Pianist und Sänger schrieb er Musikgeschichte. Vor allem mit seinen balladesken Songs prägte sich Nat King Cole (1919-1965) weltweit in die Gehörgänge ein. Auch bei jenen Menschen, die sich sonst weniger mit Jazz befassen. „Unforgettable“, unvergesslich, ist die Musik des Mannes aus Montgomery/Alabama. Und unter diesem Motto steht auch die Hommage an Nat King Cole durch die BigBand der Deutschen Oper Berlin.

Das Konzert am 18. November im großen Haus ist, neben dem Familienkonzert im März, bereits der saisonale Höhepunkt für die Formation, die sich zur Hälfte aus Mitgliedern des Opernorchesters, zur anderen Hälfte aus Berliner Jazzern zusammensetzt. „Im Mittelpunkt des Konzerts steht immer ein bestimmtes Thema oder ein berühmter Künstler“, erklärt Sebastian Krol. Der Posaunist, seit 1978 Orchester-Mitglied, kümmert sich mit Schlagzeuger Rüdiger Ruppert um die Belange der BigBand. Die hatte vor zwei Jahren noch die Freude und Ehre, mit dem unlängst verstorbenen Paul Kuhn an der Bismarckstraße zu konzertieren, „einer seiner letzten großen Berliner Auftritte“, so Krol.

Nun also Nat King Cole. Und somit Evergreens wie „Paper Moon“, „Mona Lisa“ oder „Day In, Day Out“, die der Amerikaner alleine oder aber, wie „L-O-V-E“ oder „Unforgettable“ im Duett mit seiner Tochter Natalie interpretierte. Dafür stehen zwei großartige Gesangskünstler zur Verfügung. Karl Frierson, Frontmann und Mitbegründer der erfolgreichen Soul-Jazz-Gruppe De-phazz. Und Lyambiko, die in Thüringen geborene Tochter einer deutschen Mutter und eines afrikanischen Vaters, die seit geraumer Zeit auch international als vielversprechende Nachwuchssängerin gehandelt wird und bereits einen „Echo“-Jazz-Preis erhielt. Zu den bemerkenswertesten Veröffentlichungen ihrer Band zählt die Hommage an Nina Simone „Saffronia“ (2008). Mit Sebastian Krol und seinen Kollegen arbeitete Lyambiko bislang noch nicht zusammen. „Bis zum Konzert sind insgesamt acht Proben angesetzt“, erzählt Krol und verweist darauf, dass die Big-Band ein Freizeitvergnügen ist, ebenso wie bei den Orchester-Kollegen, die sich in Kammerensembles engagieren.

Foto: De-phazz- Sänger Karl Frierson © Agentur

Wenn man wie jetzt zwei so hervorragende Sänger hat, kommt die frühe Phase im Schaffen Coles, der mit seinem Klaviertrio berühmt wurde, naturgemäß etwas kurz. Ebenso die späten Jahre, als manche Songs, in denen der Himmel voller Geigen hing, nicht zufällig unter Pseudonymen wie „Sam Shmaltz“ veröffentlicht wurden. „Am Ende ist Cole in die seichte Ecke abgedriftet oder dorthin von der Musikindustrie getrieben worden“, erzählt Sebastian Krol. „Wir wollen hingegen die reine Jazzphase würdigen.“ Erfahrungsgemäß füllen die Konzerte der BigBand auch das große Opernhaus. Krol: „Allerdings weniger mit dem traditionellen Opernpublikum, sondern mit Jazz-Fans, die die Mund-zu-Mund-Propaganda zu uns führt.“ Und wer weiß, vielleicht lässt sich so mancher Freund von Swing und Blues anschließend ja auch auf das Abenteuer Oper ein.

Von: Uwe Sauerwein

Aus: Beilage zur Berliner Morgenpost, November 2013

Titelfoto: Echo-Preisträgerin Lyambiko © Uwe Arens

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