05.12.2012
Jenseits der Bühne
70 Jugendliche, ein Regie-Team und eine Aufgabe: DER RING: NEXT GENERATION.
Wir proben seit Oktober, singen, tanzen, musizieren, aber auch jenseits der Probenbühne sind wir fleißig am Recherchieren, Organisieren und Kopieren.
Mein bester Freund ist mittlerweile der Kopierer geworden: Ob A4 auf A3 oder Papier nachfüllen, mittlerweile kenne ich alle Kniffe, die man braucht, um mit diesem Monstrum fertig zu werden. Nicht selten kam es anfangs vor, dass dieses Gerät urplötzlich in aggressives Piepen ausbrach und ich auf dem Dramaturgie-Flur nervös nach Hilfe suchen musste. Aber es hatte auch etwas Gutes: So kam ich ins Gespräch mit den hiesigen Dramaturgen und Mitarbeitern.
Die besondere Herausforderung stellte sich erst vor kurzem: Es war Freitagabend, Karin, unsere Regie-Assistentin, bat mich, einige Seiten aus dem Ring-Comic zu kopieren. Guter Dinge nahm ich die Sache in Angriff – doch natürlich wollte der Kopierer mal wieder nicht so, wie ich wollte. Nach nur 10 Seiten brach der Kopierer in nerviges Gepiepe aus. Diesmal: Papier leer! Also fuhr ich mit dem Fahrstuhl runter ins Erdgeschoss und suchte die Poststelle auf, um für Nachschub zu sorgen. Leider war da nur keiner mehr. Aber Robert, unser Regisseur brauchte die Kopien dringend. Was tun? Not macht ja bekanntlich erfinderisch, so dass ich auf eine Idee kam! Etwas orientierungslos irrte ich durch die Gänge der Oper. Und schließlich fand ich, was ich suchte: einen Kopierer. Mit schlechtem Gewissen öffnete ich das Papierfach, nahm einen Stapel Papier raus, lief zurück zum Fahrstuhl, fuhr wieder hoch in die 5. Etage und vollendete mein Werk. Da soll mal einer sagen, Kopieren fördere nicht die Kreativität.

Puh, an der Stelle, als das Papier leer war, hab ich echt schwitzige Hände gekriegt… Aber Gott sei Dank ist ja nochmal alles gut ausgegangen!