Der Blog

Herzlich Willkommen im Blog der Deutschen Oper Berlin! An dieser Stelle laden wir Sie ein, mit uns gemeinsam über aktuelle Premieren und Repertoirevorstellungen ins Gespräch zu kommen. Wir nehmen Sie mit auf die Reise in die belebte Vergangenheit des Hauses, erzählen Geschichten seiner Protagonisten, geben tiefere Einblicke in die vielfältige Jugendarbeit und stellen ihnen wunderbare Künstler/Innen vor. Wir freuen uns auf Sie und ihre Kommentare!

03.11.2014

Macht führt in seelische Abgründe

Donizettis ROBERTO DEVEREUX konzertant in der Philharmonie

Von Martina Helmig

Die Oper müsste „Elisabetta“ heißen. Die Königin steht eindeutig im Mittelpunkt, nicht ihr Heerführer. Vor allem, wenn Edita Gruberová die Herrscherin verkörpert. In ihrer Paraderolle wird die Primadonna assoluta das Zentralgestirn der beiden konzertanten Aufführungen am 5. und 11. November in der Berliner Philharmonie sein. Gaetano Donizetti nannte seine 57. Oper vielleicht deshalb „Roberto Devereux“, weil er vorher schon eine Oper namens „Elisabetta al castello di Kenilworth“ geschrieben hatte. Wie viele Italiener seiner Epoche war der Komponist fasziniert von den Tudors. Königin Elisabeth I. kommt gleich in drei seiner Opern vor. (more…)

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27.10.2014

Heilige mit Geheimnis

Mit DIE SCHÄNDUNG DER LUCRETIA setzt die Deutsche Oper Berlin ihren gefeierten Britten-Zyklus fort

Von Uwe Friedrich

Diese Inszenierung gleicht einer archäologischen Ausgrabung. Ein Mann und eine Frau suchen nach der historischen Wahrheit und ihrer Deutung für die Gegenwart. Tatsächlich wühlen sie in der Erde eines römischen Feldlagers und finden Indizien für die Vergewaltigung einer jungen Frau. Sie kommentieren die Fundstücke und wollen verstehen, wie es zu der Tat kam und was die Folgen waren. Benjamin Brittens rätselhafte Kammeroper DIE SCHÄNDUNG DER LUCRETIA entstand kurz nach dem Zweiten Weltkrieg (more…)

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24.10.2014

“Alles außer Oper”

Bei IN TRANSIT zeigen sich die Sänger des Ensembles von einer ungewohnten Seite

Von Patrick Wildermann

Immer in Bewegung. Nie wirklich angekommen. Das ist das Grundgefühl der Gegenwart. Wir sind Durchreisende mit festem Ziel vor Augen, aber stets zwischen den Stationen: im U-Bahnhof, am Flughafen, an der Bushaltestelle. „Orte, an denen man sich begegnet oder weiter geht“, so Eva-Maria Abelein. „Wo wir viel Zeit unseres Lebens verbringen“. (more…)

02.10.2014

Maurice Béjarts rauschhaftes Weltballett

Auf Einladung der Deutschen Oper und des Staatsballetts Berlin zeigt das Béjart Ballet Lausanne drei großartig besetzte Meisterwerke des Jahrhundert-Choreografen

Von Martina Helmig

Die Franzosen verehren ihn als Monstre sacré, als heiliges Monster.Andere nennen ihn Jahrhundertchoreografen, Ballettmagier oder Bilderzauberer. Maurice Béjart hat die Tanzkunst des 20. Jahrhunderts revolutioniert. Nach elf Jahren gastiert auf Einladung des Staatsballetts Berlin und der Deutschen Oper das Béjart Ballet Lausanne wieder in Berlin. Drei groß besetzte Meisterwerke des 2007 verstorbenen Franzosen sind vom 17. bis 19. Oktober im Tempodrom zu erleben: „Le Sacre du Printemps“, „Boléro“ und „Ce que l’amour me dit“. (more…)

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26.09.2014

Der Star aus der Spandauer Straße

Giacomo Meyerbeer, das „weltfreie“ Genie, und seine komplizierte Beziehungskiste mit Berlin

Weil beim Auftritt eines Soldaten-Balletts echte Munition verwendet wurde und ein glimmender Gewehrpfropfen Kostümhaufen entflammte, war am 19. August 1843 mit den Kulissen der Königlichen Oper das ganze Gebäude abgebrannt. Für die Eröffnung des eilends wiederherzustellenden Musentempels legt Friedrich Wilhelm IV. seinem neuen Generalmusikdirektor, dessen Bühnen-Hits international Furore machen, den eigenhändigen Entwurf eines friderizianischen Singspiels vor. (more…)

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16.09.2014

Die Aufnahme der Ausnahme

Heutzutage kann jeder Komponist sein: alle 24 Stunden wird eine unmessbare Menge an Musik produziert. Daher fragt der britische Klangkünstler Matthew Herbert: sind wir immer noch in der Lage zuzuhören? Welche Rolle in unserem alltäglichen Leben? Und kann Musik soziale oder politische Veränderungen beeinflussen, kann sie etwas bewegen? Herbert lädt zur Beantwortung dieser Fragen das Publikum ein, sich mit dem kreativen Prozess auseinanderzusetzen und daran auch aktiv teilzunehmen. Sieben Tage werden Matthew Herbert und seine Band Artists-in-Residence sein, in einem eigens hierfür eingerichteten Tonstudio in der Tischlerei der Deutschen Oper Berlin. Ihr Ziel: innerhalb von einer Woche ein Album from scratch zu komponieren, aufzunehmen und zu mischen, in erster Linie gemeinsam mit dem Publikum. Am achten Tag wird dann gefeiert: THE RECORDING kulminiert in einer Record-Release-Party.  (more…)

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10.09.2014

Kein wahres Hören im falschen

Der britische Klangkünstler Matthew Herbert macht die Tischlerei zum Aufnahmestudio

Man könnte im ersten Moment fast glauben, dass Matthew Herbert es liebt, zu provozieren. So rigoros, wie er in seinem „Manifesto“ vor Jahren seine Anforderungen an Neue Musik formuliert hat. Und so extrem, wie die klanglichen Grundlagen und Aufnahmemethoden manchmal sind, die er sich für seine Musik aussucht. Die Geräuschkulisse aus dem Lebens- und Leidensweg eines Schweins vom Stall über den Schlachthof bis zum Verspeistwerden beispielsweise, die er für sein bekanntestes Stück „One Pig“ verarbeitet hat. (more…)

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03.09.2014

Eine Frage der Schuld

David Hermann inszeniert Iannis Xenakis’ ORESTEIA auf dem Parkdeck Deutsche Oper

Von Boris Kehrmann

Jeder Regisseur hat eine Wunschliste von seltenen Stücken, die er in der Hoffnung mit sich herumträgt, sie irgendwann einmal realisieren zu können. Bei David Hermann stand Iannis Xenakis’ ORESTEIA lange ganz weit oben auf der Liste und es war kein Wunder, dass er sofort dieses Stück vorschlug, als er nach dem Erfolg von Lachenmanns DAS MÄDCHEN MIT DEN SCHWEFELHÖLZERN über eine weitere Zusammenarbeit redete. (more…)

20.08.2014

Humor, Hokuspokus und seriöser Anspruch

Humor, Hokuspokus und seriöser Anspruch

Gerlinde Pelkowski über ihre Open-Air-Inszenierung von Mozarts „Zauberflöte“, die schon international Erfolge feierte

Von Martina Helmig

Mozarts „Zauberflöte“ lässt sich auf vielerlei Art deuten – als naives Märchen oder hehres Welterklärungsmodell, als gesellschaftliche Parabel oder mystische Geschichte mit exotischem Flair. Die Regisseurin Gerlinde Pelkowski will sich gar nicht entscheiden. (more…)

15.08.2014

Märchenhafte Stimmung in der Waldbühne

Die Deutsche OperBerlin präsentiert “Die Zauberflöte” am 23. August als Open-Air-Ereignis. Mit W. A. Mozarts Singspiel ist eines der weltweit populärsten Werke für Musiktheater zu erleben

Von Uwe Sauerwein

Dieser Weg wird kein leichter sein. Davon wissen Tamino und Pamina wie auch der Vogelfänger Papageno und seine Papagena mehr als ein Liedchen zu singen. Aufregende, gefährliche Prüfungen stehen den beiden Paaren bevor. Doch gerade der schwierige Weg macht die liebenswerten Protagonisten von Wolfgang Amadeus Mozarts Oper DIE ZAUBERFLÖTE reifer und erwachsener. Am Ende steht die Erkenntnis: (more…)