Der Blog

Herzlich Willkommen im Blog der Deutschen Oper Berlin! An dieser Stelle laden wir Sie ein, mit uns gemeinsam über aktuelle Premieren und Repertoirevorstellungen ins Gespräch zu kommen. Wir nehmen Sie mit auf die Reise in die belebte Vergangenheit des Hauses, erzählen Geschichten seiner Protagonisten, geben tiefere Einblicke in die vielfältige Jugendarbeit und stellen ihnen wunderbare Künstler/Innen vor. Wir freuen uns auf Sie und ihre Kommentare!

10.09.2014

Kein wahres Hören im falschen

Der britische Klangkünstler Matthew Herbert macht die Tischlerei zum Aufnahmestudio

Man könnte im ersten Moment fast glauben, dass Matthew Herbert es liebt, zu provozieren. So rigoros, wie er in seinem „Manifesto“ vor Jahren seine Anforderungen an Neue Musik formuliert hat. Und so extrem, wie die klanglichen Grundlagen und Aufnahmemethoden manchmal sind, die er sich für seine Musik aussucht. Die Geräuschkulisse aus dem Lebens- und Leidensweg eines Schweins vom Stall über den Schlachthof bis zum Verspeistwerden beispielsweise, die er für sein bekanntestes Stück „One Pig“ verarbeitet hat. (more…)

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03.09.2014

Eine Frage der Schuld

David Hermann inszeniert Iannis Xenakis’ ORESTEIA auf dem Parkdeck Deutsche Oper

Von Boris Kehrmann

Jeder Regisseur hat eine Wunschliste von seltenen Stücken, die er in der Hoffnung mit sich herumträgt, sie irgendwann einmal realisieren zu können. Bei David Hermann stand Iannis Xenakis’ ORESTEIA lange ganz weit oben auf der Liste und es war kein Wunder, dass er sofort dieses Stück vorschlug, als er nach dem Erfolg von Lachenmanns DAS MÄDCHEN MIT DEN SCHWEFELHÖLZERN über eine weitere Zusammenarbeit redete. (more…)

20.08.2014

Humor, Hokuspokus und seriöser Anspruch

Humor, Hokuspokus und seriöser Anspruch

Gerlinde Pelkowski über ihre Open-Air-Inszenierung von Mozarts „Zauberflöte“, die schon international Erfolge feierte

Von Martina Helmig

Mozarts „Zauberflöte“ lässt sich auf vielerlei Art deuten – als naives Märchen oder hehres Welterklärungsmodell, als gesellschaftliche Parabel oder mystische Geschichte mit exotischem Flair. Die Regisseurin Gerlinde Pelkowski will sich gar nicht entscheiden. (more…)

15.08.2014

Märchenhafte Stimmung in der Waldbühne

Die Deutsche OperBerlin präsentiert “Die Zauberflöte” am 23. August als Open-Air-Ereignis. Mit W. A. Mozarts Singspiel ist eines der weltweit populärsten Werke für Musiktheater zu erleben

Von Uwe Sauerwein

Dieser Weg wird kein leichter sein. Davon wissen Tamino und Pamina wie auch der Vogelfänger Papageno und seine Papagena mehr als ein Liedchen zu singen. Aufregende, gefährliche Prüfungen stehen den beiden Paaren bevor. Doch gerade der schwierige Weg macht die liebenswerten Protagonisten von Wolfgang Amadeus Mozarts Oper DIE ZAUBERFLÖTE reifer und erwachsener. Am Ende steht die Erkenntnis: (more…)

18.06.2014

Die Liebe als Kunst – des Überlebens

Zwölf junge Theatermacher entwickeln „LoveAffairs“ und bespielen dabei die gesamte Tischlerei

Tenor Jörg Schörner steht auf einer Art Laufsteg und streckt mit gewaltiger Schadenfreude einem unsichtbaren Gegenüber den Zeigefinger hin: „Ehehehehehehehe….“ Gesungenes Gelächter schüttelt seinen Leib. „Zeig’ ruhig noch mehr Zunge, das ist gut so!“ ruft Regisseurin Margo Zalite. Über dem Kopf von Sopranistin Bini Lee meint man derweil beinahe eine Glühbirne aufleuchten zu sehen, so deutlich mimt sie einen erfreuten Erkenntnisvorgang: „Aaaaaaaaaaaaah!“ Eine Reaktion auf das Verhalten ihres Kollegen ist es nicht, wie aufgezogene mechanische Puppen wiederholen die beiden jeder für sich Gestik und Mimik. (more…)

17.06.2014

Es kommt darauf an, wie man Experiment definiert

Anlässlich der Uraufführung Love Affairs des Stipendienprogramms „Akademie Musiktheater heute“ [AMH] der Deutsche Bank Stiftung trafen sich Dramaturg Curt A. Roesler [R], Michael Münch [M], Vorstand der Deutsche Bank Stiftung, und Tilman Hecker [H], Stipendiat 2011 – 2013 der AMH zum Gespräch. Dabei stellte sich heraus, dass nicht nur der Dramaturg Fragen hatte.

R: Herr Münch, was ist Kunst?

M: Kunst, oder auch Kultur ist das, was über die Dinge hinausgeht, die uns permanent und andauernd fordern und beschäftigen. Kunst ist das, was eine Gesellschaft zusammenhält, was eine Gesellschaft stark macht, kreativ macht und uns allen auch einen geistigen Mehrwert schafft. (more…)

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12.06.2014

Wenn diese Wände sprechen Oper könnten…

Ein interaktiver Sound-Walk setzt sich mit den Protesten in der Geschichte des Opernhauses auseinander

Von Jacqueline Krause-Blouin

2. Juni 1967. Aufgebrachte Studenten demonstrieren gegen den Staatsbesuch desSchahs von Persien, der sich in Begleitung des Regierenden Bürgermeisters und des Bundespräsidenten Mozarts „Zauberflöte“ zu Gemüte führen möchte. Es soll eine Schlüsselnacht der deutschen Nachkriegsgeschichte mit weitreichenden gesellschaftspolitischen Folgen werden. Schlachtrufe wie „Schah, Schah, Scharlatan!“ hallen durch Charlottenburg, die Demonstrationen geraten außer Kontrolle. (more…)

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13.05.2014

Wenn eine Liebe bereits im Keim erstickt werden muss

Benjamin Brittens BILLY BUDD feiert im Mai Berliner Erstaufführung. Für Regisseur David Alden zählt diese Oper zu den wichtigsten des 20. Jahrhunderts.

Erfolg macht mutig. Zu Brittens 100. Geburtstag eine Neuproduktion von „Peter Grimes“ zu zeigen, war durchaus gewagt. David Aldens suggestive Inszenierung und Donald Runnicles’ Einsatz am Pult haben das Publikum auf Anhieb gewonnen. Nun bringt dasselbe Team anderthalb Jahre später Benjamin Brittens „Billy Budd“ auf die Bühne. Eine Oper, die in Deutschland noch viel unbekannter ist. Die Premiere am 22. Mai wird tatsächlich die Berliner Erstaufführung. (more…)

11.04.2014

„Ich möchte nur ein einziges Mal nicht komisch sein!“

Irina Brook über Donizettis DER LIEBESTRANK, über Lust und Last der Komödie und ihren berühmten Vater Peter Brook

Irina Brook hat Hühnchen bestellt. Die Essensausgabe der Deutschen Oper Berlin liefert prompt. Doch vom Interview lässt sich die Tochter des legendären Film- und Bühnenregisseurs Peter Brook trotz Hunger und Probenhektik nicht abbringen. Und trotz der Erwartungen, die auf ihrer Berliner Debüt-Inszenierung mit Donizettis „L’elisir d’amore“ lasten. Kai Luehrs-Kaiser sprach mit der Regisseurin. (more…)

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11.04.2014

Abgründiger Vielschreiber

Der Komponist Gaetano Donizetti ist der große Unterschätzte der italienischen Oper

Von Uwe Friedrich

Wenn Nemorino seine Adina schließlich nach allen komödienüblichen Verwirrungen doch bekommt und sie einer märchenhaft glücklichen Zukunft entgegensingen, ist das für ein modernes Opernpublikum eine Ausnahme. Opern enden in der Regel mit dem tragischen Untergang des Titelhelden, eine Titelheldin überlebt statistisch gesehen noch seltener, häufig beendet das gesamte tragende Personal sein Leben mit dem Schlussakkord. Das war nicht immer so. (more…)

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