Der Blog

Herzlich Willkommen im Blog der Deutschen Oper Berlin! An dieser Stelle laden wir Sie ein, mit uns gemeinsam über aktuelle Premieren und Repertoirevorstellungen ins Gespräch zu kommen. Wir nehmen Sie mit auf die Reise in die belebte Vergangenheit des Hauses, erzählen Geschichten seiner Protagonisten, geben tiefere Einblicke in die vielfältige Jugendarbeit und stellen ihnen wunderbare Künstler/Innen vor. Wir freuen uns auf Sie und ihre Kommentare!

26.04.2016

Zwischen den Tönen

Georg Friedrich Haas’ neue Oper „Morgen und Abend“ basiert auf einem Roman von Jon Fosse

Welche Ereignisse machen das Leben lebenswert? Für einen Opernsänger gehört das Debüt am Londoner Royal Opera House sicher dazu. „Aber auch die duftende Tasse Kaffee am Morgen“, betont der Bariton Christoph Pohl. Die kleinen Glücksmomente sind nicht zu unterschätzen. Wie viel Gewicht werden sie haben, wenn man am Ende Bilanz zieht? Welche Inhalte ergeben ein erfülltes Leben? Was ist wirklich wichtig? Die neue Oper von Georg Friedrich Haas „Morgen und Abend“ lädt dazu ein, sich für anderthalb Stunden mit solchen Fragen zu beschäftigen. (more…)

15.02.2016

„Ich möchte, dass die Figur aus mir heraus kommt“

Die Sopranistin Evelyn Herlitzius über ihr Rollendebüt als Emilia Marty in „Die Sache Makropulos“

Wie wäre das wohl, im Jahr 2316 noch zu leben? Ob dann noch Opern gespielt werden? Das ewige Leben ist ein Menschheitstraum – den aber nicht jeder teilt. „Nein!“ sagt Evelyn Herlitzius mit erstaunlicher Vehemenz.„Ich wäre wirklich nicht gern unsterblich. Ich lebe furchtbar gern, finde es aber in Ordnung, wenn es irgendwann vorbei ist.“ (more…)

20.01.2016

Ganz schön radikal

Claus Guth inszeniert „Salome“ als surreales Seelendrama über den Missbrauch hinter bürgerlicher Fassade

„Lauter perverse Leute“ treten in der Oper SALOME auf. So hat es Richard Strauss selbst formuliert. Der mächtige Herodes wirft lüsterne Blicke auf seine Stieftochter Salome, während der gefangene Prophet Jochanaan aus der Zisterne ruft. Salome tanzt für ihren übergriffigen Stiefvater und wünscht sich als Belohnung das Haupt des Propheten. Sie liebkost den abgeschnittenen Kopf, und Herodes ist so schockiert, dass er Salome töten lässt. Das klingt alles schon sehr pervers, und die Aufführungstradition der Oper steckt voller Inszenierungen, die einen Haufen exzentrischer oder verrückter Kunstfiguren auf eine düster und surreal ausgestattete Bühne stellen. (more…)

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03.12.2015

Italienische Oper im Erbgut

„Verdi hat sein Leben lang experimentiert. Ihm hätte das Raumkonzept unserer ‚Aida‘ bestimmt gut gefallen“, meint Andrea Battistoni. Auch der junge Dirigent ist neugierig und offen für neue Erfahrungen. „Die Zuhörer werden Verdis Oper ebenfalls ganz anders erleben. Wenn sie direkt neben den Sängern sitzen, spüren sie die musikalische Energie viel direkter.“ Der italienische Dirigent gehört zu den großen Nachwuchshoffnungen. (more…)

20.11.2015

Welten- und Liebesträume eines Fantasten

Schon in ihrer ersten Arie singt sie vom Tod, und dieser Gedanke lässt sie bis zum letzten Akt nicht los: Aida ist eine jener Bühnenfiguren, die allein zum Sterben auf die Bühne geschickt worden zu sein scheinen. Der schöne weibliche Tod, das war eines der Lieblingsthemen des 19. Jahrhunderts: Die Frauen sind sterbende Engel oder sterbende Prostituierte („La Traviata“), sterbende Freiheitsfanatikerinnen („Carmen“) oder Sterbenskranke (Mimì in„La Bohème“), vom eifersüchtigen Ehemann Erwürgte (Desdemona/„Othello“) oder den großen Liebestod Suchende (Isolde/„Tristan und Isolde“). Mit der Realität jedenfalls haben sie wenig zu tun, sind vielmehr eine Projektionsfläche für männliche Sehnsüchte, weit entfernt von den widrigen Problemen des Alltags. Ihr schöner Tod lädt ein zum Träumen und hält sie auf Distanz. Giuseppe Verdis „Aida“ reiht sich hier zweifellos ein. (more…)

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18.11.2015

Protest im Prunkbau: Reinhold Jaretzky über Oper als politische Kunst

Ob auf dem Grünen Hügel in Bayreuth, der Mailänder Piazza della Scala oder in der Hofstallgasse in Salzburg: Zur jährlichen Saisoneröffnung dieser Hochglanz-Opernspielstätten ist der Aufmarsch der nationalen Politiker-Eliten garantiert. Es scheint bei diesen umkämpften Premieren um mehr zu gehen als um den puren Genuss der Kunst. Wenn Herrschende sich gezielt vor einer medialen Öffentlichkeit inszenieren, ist Politik im Spiel. (more…)

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16.11.2015

„Requiem auf die Utopie“

Regisseur Benedikt von Peter stellt für seine „Aida“-Inszenierung die Ordnung im Opernsaal auf den Kopf

Leise Gebete gehen dem Zuhörer unter die Haut. Wenn die Chorsänger aufspringen und „Krieg! Krieg! Krieg!“ schreien, wirkt das brutaler als sonst. In Benedikt von Peters neuer „Aida“-Inszenierung sitzt ein großer Teil des Chors im Zuschauerraum. So kommt das Publikum der kriegerischen Gesellschaft in Verdis Oper erschreckend nah. Es gibt keinen Orchestergraben zwischen Sängern und Zuhörern. (more…)

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03.11.2015

„Auf den Stoß kommt es an“

Burkhard Ulrich ist der renommierteste und buchstäblich größte Wagner-Mime der Gegenwart. Mit einer Schwäche für Billard

Zum Billard setzt er sich eine andere Brille auf. Nicht jene ‚Mime- Brille’, die er privat trägt und die zu einem zweiten Markenzeichen des „größten Mime der Welt“ geworden ist. Denn: Burkhard Ulrich, aktueller Mime- Darsteller im „Siegfried“ sowohl an der Deutschen Oper Berlin als auch bei den Bayreuther Festspielen, ist mit 1,87 Meter Größe nicht nur der womöglich kurzsichtigste, sondern vor allem der längste Mime von allen. (more…)

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20.10.2015

Zwischen Schein und Sein

Die Komponistin Annelies Van Parys lässt sich von Hitchcock inspirieren

Ist im Nachbarhaus wirklich ein Mord geschehen? Oder bilden wir uns das nur ein? Einen Krimi bringt Annelies Van Parys auf die Opernbühne, einen richtigen Thriller à la Hitchcock. Sie liebt die Spannung und den Humor der alten Filme. „Das Fenster zum Hof“ hat sie zu ihrem Musiktheaterwerk „Private View“ inspiriert. (more…)

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07.10.2015

„Ich will die große Bandbreite“

Der amerikanische Bariton John Chest ist an der Deutschen Oper Berlin daheim – und in der Welt zu Hause.

„Das hier ist der beste Kaffee im Viertel“, sagt John Chest (30) und hält wie zum Beweis die Tasse hoch. Die Kellnerin im Moabiter Café Fiaker schmunzelt. Überall auf der Welt sucht der Bariton nach dem „besten Kaffee“, und er kommt wirklich viel herum. „La Bohème“ in Washington, „Die tote Stadt“ in Nancy, „A Midsummer Night’s Dream“ in Aix-en-Provence – John Chest ist zwar festes Ensemblemitglied der Deutschen Oper Berlin, aber das Opernhaus lässt ihm genügend Freiraum für Gastspiele. (more…)

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