Der Blog

Herzlich Willkommen im Blog der Deutschen Oper Berlin! An dieser Stelle laden wir Sie ein, mit uns gemeinsam über aktuelle Premieren und Repertoirevorstellungen ins Gespräch zu kommen. Wir nehmen Sie mit auf die Reise in die belebte Vergangenheit des Hauses, erzählen Geschichten seiner Protagonisten, geben tiefere Einblicke in die vielfältige Jugendarbeit und stellen ihnen wunderbare Künstler/Innen vor. Wir freuen uns auf Sie und ihre Kommentare!

19.06.2015

Was verbindet Klagelaute mit Türenquietschen?

„Sounds for a while”: UdK-Studenten untersuchen das Potenzial von Klängen und Geräuschen

Ein Zaun wird als Musikinstrument gebraucht. Das Publikum darf sich auch auf eine Beschimpfungsaktion gefasst machen. Ein weibliches Vokalquartett befasst sich mit dem psychoakustischen Phänomen der Differenztöne. Wenn die vier Frauen Töne in ganz bestimmten Tonhöhenabständen singen, entstehen im Ohr des Hörers neue, andere Töne. „Es geht uns nicht darum, ein Lied zu singen, sondern um das Hören und die Wahrnehmung“, erklärt Vera Buhß. Ihre Aussage gilt für das ganze Projekt „Sounds for a while“. Sieben Studenten des Masterstudiengangs „Sound Studies“ an der Universität der Künste gestalten die Musiktheaterinstallation mit dem Professor und Klangkünstler Hans Peter Kuhn. Am 25. Juni findet die Uraufführung in der Tischlerei statt. (more…)

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10.06.2015

Für Jugend braucht es die richtige Reife

Philipp Stölzl bringt Gounods „Faust“ nach Berlin. Die weibliche Hauptrolle dieser Oper, die hierzulande lange „Margarethe“ hieß, singt Krassimira Stoyanova. Die bulgarische Sopranistin kommt somit nach langer Zeit wieder für eine Premiere an die Bismarckstraße.

Wie ist es möglich, dass eine der großartigsten Sopranistinnen der Gegenwart in Deutschland so herzlich unbekannt ist?! Krassimira Stoyanova – aktuelle Marschallin im „Rosenkavalier“ bei den Salzburger Festspielen – hat dafür eine prompte Erklärung parat. (more…)

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01.06.2015

Bühnendebüt mit Tunnelblick

Thomas Blondelle war anfänglich eingeschüchtert von der Größe des Opernhauses. Heute fühlt sich der Tenor aus Belgien heimisch in Berlin

Der Kuchen mit Lychees und Blaubeeren schmeckt so gut wie er aussieht. Jede Woche kreiert Thomas Blondelle (32) ein neues wunderbares Backwerk. Der Tenor kocht auch voller Leidenschaft. Belgier sind so stolz auf ihre Kochkultur wie Franzosen. „Wir kombinieren die französische Tradition aber mit den üppigen deutschen Portionen. Wir wollen es uns richtig gut gehen lassen“, meint der 32-Jährige schmunzelnd. Seit 2009 singt Thomas Blondelle im Ensemble der Deutschen Oper Berlin. (more…)

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22.05.2015

Perfekte Balance zwischen Kopf und Herz

Tischlereikonzert mit Werken des polnischen Komponisten Andrzej Panufnik

Sir Andrzej Panufnik hatte seine eigenen Theorien zu Musik und Geometrie. Er tüftelte und konstruierte lange an seinen Musikstücken. „Seine Witwe Camilla hat mir erzählt, dass er manchmal einen ganzen Tag lang an zwei Takten schrieb“, erzählt Tomasz Tomaszewski, seit 1982 erster Konzertmeister des Orchesters der Deutschen Oper Berlin. Nun könnte man meinen, dass sich Panufniks Musik abstrakt und spröde anhört. Weit gefehlt! „Seine Musik klingt ungeheuer emotional. Den mühevollen Kompositionsprozess merkt man ihr keine Sekunde lang an. Das ist für mich das größte Wunder“, so Tomaszewski. (more…)

11.05.2015

Triumph des Menschlichen

Das Schicksal einer jüdischen Frau zwischen Riga und Berlin: „Valentina“ als Gastspiel aus Lettland

In den Jahren 1938 bis 1941 wirkte Leo Blech als Erster Gastdirigent an der Lettischen Nationaloper in Riga. Seine Position als Generalmusikdirektor des Deutschen Opernhauses Charlottenburg hatte er seiner jüdischen Herkunft wegen verloren. Nun leitete er in Riga Aufführungen von Verdi- und Mozart-Opern. Im Publikum saß ein junges Mädchen, dessen Familie mit Blech aus ihrer Berliner Zeit flüchtig bekannt war: Valentina Loewenstein. (more…)

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05.05.2015

„Wir machen alles mit der Zungenspitze“

Tschaikowskijs „Eugen Onegin“ feiert Wiederaufnahme: Ein Gespräch mit Etienne Dupuis und Karan Armstrong über die Ära von Götz Friedrich

Berliner Morgenpost: Frau Armstrong, in Götz Friedrichs Inszenierung von „Eugen Onegin“ sang vor einigen Jahren noch einmal die damals über 60-jährige Mirella Freni die Tatjana. Woraus sich ganz organisch die Frage ergibt: Warum singen Sie heute nicht diese Rolle?

Karan Armstrong: (Lacht laut auf.) Oh, vielen Dank! Die Frage ist bloß, wer singt dann Larina?! Ich habe Tatjana übrigens wirklich einmal gesungen, in Amerika in einer Hochschulproduktion. Ich glaube, ich bräuchte eine Woche, um das zu reaktivieren. (more…)

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24.04.2015

Mit Mozart Kindern aus der Not helfen

Zum 20. Mal findet die Benefizgala des Lions Clubs zugunsten Berliner Projekte statt

„Es ist der feste Wille aller Clubmitglieder, Berliner Kindern in Not zu helfen. Wir wollen aber nicht einfach das Scheckbuch zücken, sondern selbst aktiv werden“, erzählt Friedrich Lahmann, der Präsident des Lions Clubs Berlin-Wannsee. Es ist ein kleiner Club mit 24 Mitgliedern, der sich jedes Jahr wieder in die Organisationsarbeit für die jährliche Lions-Benefizgala stürzt. Jetzt feiern die Lions das 20-jährige Jubiläum des Events. (more…)

30.03.2015

Liebe kann Grenzen überwinden

Sasha Waltz bringt ihre Version von Berlioz’ ROMEO UND JULIETTE nach Berlin

Es war Liebe auf den ersten Blick: Als Generalmusikdirektor Donald Runnicles an der Pariser Bastille-Oper Berlioz’ ROMEO UND JULIETTE in der Inszenierung von Sasha Waltz sah, war er so angetan, dass er sich sofort dazu entschloss, die Arbeit auch in Berlin zu zeigen. Wenn ROMEO UND JULIETTE im April in der Deutschen Oper herauskommt, handelt es sich gleichwohl um eine Premiere. Denn Sasha Waltz wird die Choreografie mit den Tänzern ihres Berliner Ensembles einstudieren. (more…)

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16.02.2015

„Ich bin meinem Talent gefolgt“

Für Elbenita Kajtazi aus dem Kosovo erfüllte sich ein Lebenstraum

Wie gemalt sieht sie aus. Mit ihrem seidenen Schal, den langen dunklen Haaren und den geheimnisvollen Augen unter nicht endenwollenden Wimpern: Elbenita Kajtazi, Sopranistin und Stipendiatin der Deutschen Oper Berlin. Die 23-Jährige lacht viel und laut und strahlt eine Gelassenheit aus, die man kaum fassen kann, wenn man ihre bewegte Lebensgeschichte hört. Später wird sie sagen: „Ich lebe meinen Traum. Ich habe allen Grund glücklich zu sein.“ (more…)

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02.02.2015

Wer hasst, kann nicht trauern

„Elektra“ von Richard Strauss in der Inszenierung von Kirsten Harms und mit drei Sängerinnen von Weltrang

„Wo bleibt Elektra?“ Keine Ouvertüre, kein instrumentales Vorgeplänkel, nichts. Mit einer profanen Frage einer Magd beginnt diese Oper, die doch an Intensität kaum zu überbieten ist. Die 1909 uraufgeführte „Elektra“ von Richard Strauss nach dem gleichnamigen Drama von Hugo von Hofmannsthal nimmt gerade mal 1 Stunde 50 Minuten pausenlose Spieldauer in Anspruch, aber die hat es in sich. Die Atmosphäre in diesem Opernschocker, in dem von Beginn an der Rachegedanke dominiert, ist noch düsterer als in der vier Jahre älteren Oper „Salome“, obwohl die Gewalt, wie im antiken Drama üblich, sich hinter der Szene abspielt. (more…)