Der Blog

Herzlich Willkommen im Blog der Deutschen Oper Berlin! An dieser Stelle laden wir Sie ein, mit uns gemeinsam über aktuelle Premieren und Repertoirevorstellungen ins Gespräch zu kommen. Wir nehmen Sie mit auf die Reise in die belebte Vergangenheit des Hauses, erzählen Geschichten seiner Protagonisten, geben tiefere Einblicke in die vielfältige Jugendarbeit und stellen ihnen wunderbare Künstler/Innen vor. Wir freuen uns auf Sie und ihre Kommentare!

08.05.2015

Die Kunst der leisen Töne

Mit seinen Tenören ist Richard Strauss nicht zimperlich umgegangen. Die Rollen sind in der Regel kurz, undankbar und liegen unbequem in der Stimme. Während ihm für Frauenstimmen eine großartige Partie nach der anderen eingefallen ist und er die tiefen Männerstimmen immerhin noch mit effektvollen komischen Rollen versorgt hat, müssen sich die Tenöre abplagen und erzielen kaum mal einen nennenswerten Effekt. „Ich hätte gerne die Tenöre der Strauss-Zeit live gehört und nicht nur in Aufnahmen“, wünscht sich Pavol Breslik, „denn diese Partien sind für uns einfach harte Arbeit. Das hat Richard Strauss offenbar so gefallen, und deshalb wüsste ich gerne, wie es im Theater klang, als meine Vorgänger das gesungen haben.“ (more…)

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05.05.2015

„Wir machen alles mit der Zungenspitze“

Tschaikowskijs „Eugen Onegin“ feiert Wiederaufnahme: Ein Gespräch mit Etienne Dupuis und Karan Armstrong über die Ära von Götz Friedrich

Berliner Morgenpost: Frau Armstrong, in Götz Friedrichs Inszenierung von „Eugen Onegin“ sang vor einigen Jahren noch einmal die damals über 60-jährige Mirella Freni die Tatjana. Woraus sich ganz organisch die Frage ergibt: Warum singen Sie heute nicht diese Rolle?

Karan Armstrong: (Lacht laut auf.) Oh, vielen Dank! Die Frage ist bloß, wer singt dann Larina?! Ich habe Tatjana übrigens wirklich einmal gesungen, in Amerika in einer Hochschulproduktion. Ich glaube, ich bräuchte eine Woche, um das zu reaktivieren. (more…)

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15.04.2015

„Erhabenheit ist nichts Schlechtes“

Sasha Waltz über Hector Berlioz, ihre Entscheidung für Berlin und Kinder-Choreografien im Garten

Shakespeares bewegende Liebesgeschichte inspirierte Hector Berlioz zur Komposition der dramatischen Sinfonie „Roméo et Juliette“ für drei Solisten, drei große Chöre und Orchester. Die Opéra National de Paris beauftragte Sasha Waltz im Jahr 2007 mit der Choreografie. Nach der Wiederaufnahme im Frühjahr 2012 an der Opéra National de Paris wurde „Roméo et Juliette“ im Herbst 2012 in das Repertoire der Mailänder Scala aufgenommen. Nun feiert die Koproduktion der Deutschen Oper Berlin, der Mailänder Scala und Sasha Waltz & Guests auch Premiere in Berlin. Dabei wird „Roméo und Juliette“ erstmals von den Tänzern der Compagnie Sasha Waltz & Guests getanzt. (more…)

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10.11.2014

Zwischen Moral und rein menschlichem Empfinden

Fiona Shaws Inszenierung von „Die Schändung der Lucretia“ feiert Berliner Premiere. Die Regisseurin von Benjamin Brittens Kammeroper erlangte weltweit als Schauspielerin Berühmtheit

Von Kai Luehrs-Kaiser

Sie zählt zu den profiliertesten Schauspielerinnen in Großbritannien. Fiona Shaw war lange Mitglied der Royal Shakespeare Company, feierte Erfolge im Kino und arbeitete als Opernregisseurin. Für das Glyndebourne Festival inszenierte sie 2013 Benjamin Brittens Oper „Die Schändung der Lucretia“, eine Produktion, die jetzt im Haus der Berliner Festspiele mit Sängern der Deutschen Oper Berlin Premiere feiern wird. (more…)

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03.11.2014

Macht führt in seelische Abgründe

Donizettis ROBERTO DEVEREUX konzertant in der Philharmonie

Von Martina Helmig

Die Oper müsste „Elisabetta“ heißen. Die Königin steht eindeutig im Mittelpunkt, nicht ihr Heerführer. Vor allem, wenn Edita Gruberová die Herrscherin verkörpert. In ihrer Paraderolle wird die Primadonna assoluta das Zentralgestirn der beiden konzertanten Aufführungen am 5. und 11. November in der Berliner Philharmonie sein. Gaetano Donizetti nannte seine 57. Oper vielleicht deshalb „Roberto Devereux“, weil er vorher schon eine Oper namens „Elisabetta al castello di Kenilworth“ geschrieben hatte. Wie viele Italiener seiner Epoche war der Komponist fasziniert von den Tudors. Königin Elisabeth I. kommt gleich in drei seiner Opern vor. (more…)

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29.08.2014

Reisen ist spannender als Ankommen

Matthew Herbert entwickelt mit Publikum und Gästen während einer Woche in der Tischlerei sein neues Album

Von Jacqueline Krause-Blouin

There ain’t no easy way out. Den einfachen Weg, den kennt Matthew Herbert nicht oder weicht ihm zumindest wann immer möglich aus. Wo andere Musiker den schnellen Erfolg und das Schulterklopfen der Kommerzgemeinde genießen, sucht Herbert etwas Höheres. Nur weiß er selbst oft am wenigsten, was genau er eigentlich sucht, die Destination ist nebensächlich.

„Ich glaube, dass die Vorstellung, Musik sei ein Produkt, einer der größten Irrtümer des heutigen Musikverständnisses ist. (more…)

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27.08.2014

Im Rhythmus der Primzahlen

Der Mathematiker Özgür Kesim erklärt im 1. Tischlereikonzert „Zwischen Spiel und Chaos“, was Musik und Mathematik miteinander zu tun haben.

Herr Kesim, bei Kindern wird zwischen musischer und mathematischer Begabung unterschieden. Liegen Musik und Mathematik wirklich so weit auseinander?

Nein, schon die Biografien bekannter Persönlichkeiten legen das Gegenteil nahe. Einstein zum Beispiel hatte eine starke musikalische Affinität, und Komponisten wie Bach haben Werke mit strengen, nahezu mathematischen Strukturmerkmalen komponiert. Und ich habe in meinem Studium etliche Mathematiker kennen gelernt, die begeisterte Hobbymusiker waren. (more…)

20.08.2014

Humor, Hokuspokus und seriöser Anspruch

Humor, Hokuspokus und seriöser Anspruch

Gerlinde Pelkowski über ihre Open-Air-Inszenierung von Mozarts „Zauberflöte“, die schon international Erfolge feierte

Von Martina Helmig

Mozarts „Zauberflöte“ lässt sich auf vielerlei Art deuten – als naives Märchen oder hehres Welterklärungsmodell, als gesellschaftliche Parabel oder mystische Geschichte mit exotischem Flair. Die Regisseurin Gerlinde Pelkowski will sich gar nicht entscheiden. (more…)

18.06.2014

Die Liebe als Kunst – des Überlebens

Zwölf junge Theatermacher entwickeln „LoveAffairs“ und bespielen dabei die gesamte Tischlerei

Tenor Jörg Schörner steht auf einer Art Laufsteg und streckt mit gewaltiger Schadenfreude einem unsichtbaren Gegenüber den Zeigefinger hin: „Ehehehehehehehe….“ Gesungenes Gelächter schüttelt seinen Leib. „Zeig’ ruhig noch mehr Zunge, das ist gut so!“ ruft Regisseurin Margo Zalite. Über dem Kopf von Sopranistin Bini Lee meint man derweil beinahe eine Glühbirne aufleuchten zu sehen, so deutlich mimt sie einen erfreuten Erkenntnisvorgang: „Aaaaaaaaaaaaah!“ Eine Reaktion auf das Verhalten ihres Kollegen ist es nicht, wie aufgezogene mechanische Puppen wiederholen die beiden jeder für sich Gestik und Mimik. (more…)

17.06.2014

Es kommt darauf an, wie man Experiment definiert

Anlässlich der Uraufführung Love Affairs des Stipendienprogramms „Akademie Musiktheater heute“ [AMH] der Deutsche Bank Stiftung trafen sich Dramaturg Curt A. Roesler [R], Michael Münch [M], Vorstand der Deutsche Bank Stiftung, und Tilman Hecker [H], Stipendiat 2011 – 2013 der AMH zum Gespräch. Dabei stellte sich heraus, dass nicht nur der Dramaturg Fragen hatte.

R: Herr Münch, was ist Kunst?

M: Kunst, oder auch Kultur ist das, was über die Dinge hinausgeht, die uns permanent und andauernd fordern und beschäftigen. Kunst ist das, was eine Gesellschaft zusammenhält, was eine Gesellschaft stark macht, kreativ macht und uns allen auch einen geistigen Mehrwert schafft. (more…)

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