Der Blog

Herzlich Willkommen im Blog der Deutschen Oper Berlin! An dieser Stelle laden wir Sie ein, mit uns gemeinsam über aktuelle Premieren und Repertoirevorstellungen ins Gespräch zu kommen. Wir nehmen Sie mit auf die Reise in die belebte Vergangenheit des Hauses, erzählen Geschichten seiner Protagonisten, geben tiefere Einblicke in die vielfältige Jugendarbeit und stellen ihnen wunderbare Künstler/Innen vor. Wir freuen uns auf Sie und ihre Kommentare!

27.08.2014

Im Rhythmus der Primzahlen

Der Mathematiker Özgür Kesim erklärt im 1. Tischlereikonzert „Zwischen Spiel und Chaos“, was Musik und Mathematik miteinander zu tun haben.

Herr Kesim, bei Kindern wird zwischen musischer und mathematischer Begabung unterschieden. Liegen Musik und Mathematik wirklich so weit auseinander?

Nein, schon die Biografien bekannter Persönlichkeiten legen das Gegenteil nahe. Einstein zum Beispiel hatte eine starke musikalische Affinität, und Komponisten wie Bach haben Werke mit strengen, nahezu mathematischen Strukturmerkmalen komponiert. Und ich habe in meinem Studium etliche Mathematiker kennen gelernt, die begeisterte Hobbymusiker waren.

Ich glaube, dass das Betreiben von Mathematik und das Komponieren von Musik teilweise die gleichen Areale im Hirn ansprechen. (more…)

20.08.2014

Humor, Hokuspokus und seriöser Anspruch

Humor, Hokuspokus und seriöser Anspruch

Gerlinde Pelkowski über ihre Open-Air-Inszenierung von Mozarts „Zauberflöte“, die schon international Erfolge feierte

Von Martina Helmig

Mozarts „Zauberflöte“ lässt sich auf vielerlei Art deuten – als naives Märchen oder hehres Welterklärungsmodell, als gesellschaftliche Parabel oder mystische Geschichte mit exotischem Flair. Die Regisseurin Gerlinde Pelkowski will sich gar nicht entscheiden. (more…)

18.06.2014

Die Liebe als Kunst – des Überlebens

Zwölf junge Theatermacher entwickeln „LoveAffairs“ und bespielen dabei die gesamte Tischlerei

Tenor Jörg Schörner steht auf einer Art Laufsteg und streckt mit gewaltiger Schadenfreude einem unsichtbaren Gegenüber den Zeigefinger hin: „Ehehehehehehehe….“ Gesungenes Gelächter schüttelt seinen Leib. „Zeig’ ruhig noch mehr Zunge, das ist gut so!“ ruft Regisseurin Margo Zalite. Über dem Kopf von Sopranistin Bini Lee meint man derweil beinahe eine Glühbirne aufleuchten zu sehen, so deutlich mimt sie einen erfreuten Erkenntnisvorgang: „Aaaaaaaaaaaaah!“ Eine Reaktion auf das Verhalten ihres Kollegen ist es nicht, wie aufgezogene mechanische Puppen wiederholen die beiden jeder für sich Gestik und Mimik. (more…)

17.06.2014

Es kommt darauf an, wie man Experiment definiert

Anlässlich der Uraufführung Love Affairs des Stipendienprogramms „Akademie Musiktheater heute“ [AMH] der Deutsche Bank Stiftung trafen sich Dramaturg Curt A. Roesler [R], Michael Münch [M], Vorstand der Deutsche Bank Stiftung, und Tilman Hecker [H], Stipendiat 2011 – 2013 der AMH zum Gespräch. Dabei stellte sich heraus, dass nicht nur der Dramaturg Fragen hatte.

R: Herr Münch, was ist Kunst?

M: Kunst, oder auch Kultur ist das, was über die Dinge hinausgeht, die uns permanent und andauernd fordern und beschäftigen. Kunst ist das, was eine Gesellschaft zusammenhält, was eine Gesellschaft stark macht, kreativ macht und uns allen auch einen geistigen Mehrwert schafft. (more…)

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11.04.2014

„Ich möchte nur ein einziges Mal nicht komisch sein!“

Irina Brook über Donizettis DER LIEBESTRANK, über Lust und Last der Komödie und ihren berühmten Vater Peter Brook

Irina Brook hat Hühnchen bestellt. Die Essensausgabe der Deutschen Oper Berlin liefert prompt. Doch vom Interview lässt sich die Tochter des legendären Film- und Bühnenregisseurs Peter Brook trotz Hunger und Probenhektik nicht abbringen. Und trotz der Erwartungen, die auf ihrer Berliner Debüt-Inszenierung mit Donizettis „L’elisir d’amore“ lasten. Kai Luehrs-Kaiser sprach mit der Regisseurin. (more…)

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14.02.2014

„Am liebsten würde ich das ganze Haus bespielen“

Christian Spuck will bei „Fausts Verdammnis“ aus vielen Einzelteilen ein großes Bildertheater entstehen lassen

Christian Spuck zählt zu den erfolgreichen Choreografen unserer Zeit. Über Jahre prägte er das Stuttgarter Ballett, seit 2012 ist er Direktor des Balletts an der Oper Zürich. Schon seit 2005 ist er hin und wieder auch als Opernregisseur aktiv. „Fausts Verdammnis“ von Hector Berlioz inszeniert Spuck als großes Bilder-Spektakel. Martina Helmig sprach mit ihm. (more…)

07.02.2014

„Die tiefen Stimmen sind die Stimmen der Seele“

Hanna Schwarz als Großmutter Buryja in JENUFA: Ein weiterer Höhepunkt in der ohnehin imposanten Laufbahn der Sängerin

“Das Stück ist so beklemmend. Kein Wunder, dass bei den Proben mit Christof Loy viel geweint wurde. Ich glaube, die Jenufa oder die Küsterin könnte ich auf der Bühne nicht durchhalten. Als alte Buryja habe ich mit dem schrecklichen Mord an dem unehelichen Kind nicht direkt zu tun“, überlegt Hanna Schwarz (70). Mit der erfahrenen Mezzosopranistin bekommt die oft vernachlässigte Rolle der Großmutter ein ganz ungewohntes Format und Gewicht. Sie bringt menschliche Wärme in die „Jenufa“-Inszenierung, aber auch den Wunsch, die furchtbaren Gräuel einfach zu überspielen. (more…)

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31.01.2014

“Ich bin nicht gut in Chinesisch”

Hui He, die Titelheldin in „La Gioconda“, über ihr Leben als einzige weltberühmte Opernsängerin aus China.

„Che Chui“ – mit Krächzlaut und in dieser Reihenfolge –, so lautet der Name der chinesischen Sängerin Hui He, wenn sie ihn selber ausspricht. Hebt sie in Italien den Telefonhörer ab und meldet sich mit den Worten: „Sono Hui“ („Hier ist Hui“), dann versteht man dort: „Sono qui“ („Ich bin hier“). Und antwortet: „Dovè“ („Wo?“). Sagt sie dagegen in Frankreich ihren Vornamen „Hui“ in die Sprechmuschel, so denkt man, sie habe „Oui“ („Ja“) gesagt. Und antwortet: „Quoi?!“ („Was?!“) Oder schlimmer: „Non“. („Nein.“) (more…)

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20.12.2013

„Ich liebe Rollen, die emotionale Tiefe haben“

Die Sopranistin Siobhan Stagg gibt am 20. Dezember ihr Debüt als Pamina in Mozarts „Zauberflöte“

Ihr erstes Mal an der Deutschen Oper Berlin wird sie nie vergessen. Nicht nur, weil die 26-jährige Siobhan Stagg mit der Woglinde damals ihr Wagner-Debüt gab, sondern auch, weil ihr Gesangslehrer eigens dafür aus dem fernen Australien angereist war, um die Vorstellung erleben zu können. „Und als ich in die Garderobe kam, stand das ganze Zimmer voller Blumen“, erzählt die Sängerin. Freunde aus Australien hatten das Blumenmeer für die „Rheintochter“ arrangiert. (more…)

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29.11.2013

„Bei der Arbeit atme ich mit den Sängern“

Regisseur Christof Loy im Gespräch mit Kai Luehrs-Kaiser über sein Opern-Credo, die Angst vor Berlin – und die offene Rechnung mit Falstaff

Christof Loy, geboren 1962 in Essen, gilt als einer der erfolgreichsten Opernregisseure in Deutschland. Mit Inszenierungen bei den Salzburger Festspielen, am Londoner Covent Garden und im Brüsseler „La Monnaie“ erlangte er vielfach internationale Aufmerksamkeit. Nach „Jenůfa“ (2012) ist Verdis letzte Oper „Falstaff“ erst seine zweite Arbeit in Berlin. (more…)

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