Der Blog

Herzlich Willkommen im Blog der Deutschen Oper Berlin! An dieser Stelle laden wir Sie ein, mit uns gemeinsam über aktuelle Premieren und Repertoirevorstellungen ins Gespräch zu kommen. Wir nehmen Sie mit auf die Reise in die belebte Vergangenheit des Hauses, erzählen Geschichten seiner Protagonisten, geben tiefere Einblicke in die vielfältige Jugendarbeit und stellen ihnen wunderbare Künstler/Innen vor. Wir freuen uns auf Sie und ihre Kommentare!

20.01.2016

Ganz schön radikal

Claus Guth inszeniert „Salome“ als surreales Seelendrama über den Missbrauch hinter bürgerlicher Fassade

„Lauter perverse Leute“ treten in der Oper SALOME auf. So hat es Richard Strauss selbst formuliert. Der mächtige Herodes wirft lüsterne Blicke auf seine Stieftochter Salome, während der gefangene Prophet Jochanaan aus der Zisterne ruft. Salome tanzt für ihren übergriffigen Stiefvater und wünscht sich als Belohnung das Haupt des Propheten. Sie liebkost den abgeschnittenen Kopf, und Herodes ist so schockiert, dass er Salome töten lässt. Das klingt alles schon sehr pervers, und die Aufführungstradition der Oper steckt voller Inszenierungen, die einen Haufen exzentrischer oder verrückter Kunstfiguren auf eine düster und surreal ausgestattete Bühne stellen. (more…)

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01.12.2015

„Egal, ich sehe alles kommen!“

Seit acht Jahren ist William Spaulding Chordirektor an der Deutschen Berlin — (s)ein Traumberuf

Oberflächlicher Belcanto? Keinesfalls! William Spaulding liebtes, Gaetano Donizetti zu verteidigen: „Das ist Musik mit Tiefgang, das packt einen gefühlsmäßig, regt aber auch den Geist an.“ Der Chordirektor studiert mit seinen Sängern gerade „La Favorite“ für die konzertante Premiere am 2. Dezember ein. „Kommen Sie mit zum Flügel, und ich zeige Ihnen das Frechste, was ich je gehört habe“, sagt er, blättert kurz im Klavierauszug und greift in die Tasten. (more…)

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18.11.2015

Requiem für eine nicht mehr veränderbare Welt: Benedikt von Peter im Gespräch mit Uwe Friedrich

Wer eine Karte für die AIDA-Premiere an der Deutschen Oper Berlin buchen möchte, findet auf der Website den Hinweis auf einen „veränderten Saalplan [Platzierung von Chor und Orchester u. a. im Zuschauerbereich]!“ Das ist inzwischen fast ein Markenzeichen Ihrer Inszenierungen. Was bezwecken Sie damit?
Zunächst suchen wir als Team nach einer Architektur für die jeweilige Oper, statt sie bloß äußerlich zu bebildern. Wir suchen nach dem spezifischen Klang des Werks und wollen ihn dann so umsetzen, dass er das Publikum auch räumlich berührt und unmittelbar erfahrbar wird. Oper ist nicht bloß der Text, sondern auch vor allem Musik. (more…)

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16.11.2015

„Requiem auf die Utopie“

Regisseur Benedikt von Peter stellt für seine „Aida“-Inszenierung die Ordnung im Opernsaal auf den Kopf

Leise Gebete gehen dem Zuhörer unter die Haut. Wenn die Chorsänger aufspringen und „Krieg! Krieg! Krieg!“ schreien, wirkt das brutaler als sonst. In Benedikt von Peters neuer „Aida“-Inszenierung sitzt ein großer Teil des Chors im Zuschauerraum. So kommt das Publikum der kriegerischen Gesellschaft in Verdis Oper erschreckend nah. Es gibt keinen Orchestergraben zwischen Sängern und Zuhörern. (more…)

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20.10.2015

Zwischen Schein und Sein

Die Komponistin Annelies Van Parys lässt sich von Hitchcock inspirieren

Ist im Nachbarhaus wirklich ein Mord geschehen? Oder bilden wir uns das nur ein? Einen Krimi bringt Annelies Van Parys auf die Opernbühne, einen richtigen Thriller à la Hitchcock. Sie liebt die Spannung und den Humor der alten Filme. „Das Fenster zum Hof“ hat sie zu ihrem Musiktheaterwerk „Private View“ inspiriert. (more…)

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19.10.2015

„Lieder und Dichter“ – eine reizvolle Mischung

Hannover, Karlsruhe, San Francisco – wo immer John Parr gearbeitet hat, etablierte er spannende Reihen mit Liedern. Dem Liedrepertoire gehört seine große Liebe, bei vielen Liederabenden weltweit hat er am Flügel gesessen.

Seit einem Jahr ist der Brite Studienleiter an der Deutschen Oper Berlin. „Lieder und Dichter“ heißt die neue Reihe, die er sich gemeinsam mit dem Leitungsteam des Hauses für das Opernfoyer ausgedacht hat. (more…)

07.10.2015

„Ich will die große Bandbreite“

Der amerikanische Bariton John Chest ist an der Deutschen Oper Berlin daheim – und in der Welt zu Hause.

„Das hier ist der beste Kaffee im Viertel“, sagt John Chest (30) und hält wie zum Beweis die Tasse hoch. Die Kellnerin im Moabiter Café Fiaker schmunzelt. Überall auf der Welt sucht der Bariton nach dem „besten Kaffee“, und er kommt wirklich viel herum. „La Bohème“ in Washington, „Die tote Stadt“ in Nancy, „A Midsummer Night’s Dream“ in Aix-en-Provence – John Chest ist zwar festes Ensemblemitglied der Deutschen Oper Berlin, aber das Opernhaus lässt ihm genügend Freiraum für Gastspiele. (more…)

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02.10.2015

„Aktualisierung brauche ich nicht“

Vera Nemirova inszeniert Meyerbeers letzte Grand Opéra „Vasco da Gama“ als Weltfahrer-Epos mit Liebestod

Wie lang muss ein richtiger Liebestod dauern? Bei Wagner, dessen Spezialität der „Hingang aus Hingabe’“ war, geht’s meist erstaunlich schnell. Rekordhalter Tristan (in „Tristan und Isolde“) benötigt den gesamten 3. Akt, um langsam und ungenüsslich vor sich hin zu sterben. Der Tod selber kommt indes rasch. So rasch, dass Isolde ihm nur noch abrupt hinterhersterben kann. Meyerbeer nun – das „verächtete Vorbild“ Wagners – nimmt sich weit mehr Zeit dafür. „Gefühlte 45 Minuten“, sagt Regisseurin Vera Nemirova, „dauert der Liebestod Selicas in ‚Vasco da Gama’“. Es muss der längste Liebestod der Welt sein. (more…)

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16.09.2015

Reisen und Ankommen

 

Tamara Schmidt, die neue Leiterin der Jungen Deutschen Oper, arbeitet mit alten und frisch zugezogenen Berlinern

„Das sind große Fußstapfen, in die ich hier trete“, sagt Tamara Schmidt. „Erstaunlich, was an der Deutschen Oper in den letzten Jahren alles für Kinder und Jugendliche entstanden ist.“ Die Kulturwissenschaftlerin übernimmt die Leitung der Jungen Deutschen Oper von Katharina Loock. In den letzten sechs Jahren hat sie als Musiktheaterpädagogin an der Staatsoper Stuttgart und als Leiterin der Jungen Oper an der Staatsoper Hannover gearbeitet. (more…)

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08.09.2015

Sei stolz auf das, was du mitbringst

Was Stimme und Erscheinung betrifft, ist Ronnita Miller unverwechselbar. Die amerikanische Mezzo Sopranistin ist eine der am meisten beschäftigten Sängerinnen im Ensemble

Wenn Ronnita Miller auf dem Fahrrad von der Kantstraße zur Arbeit radelt, gehört sie zu den wenigen Ensemble-Mitgliedern der Deutschen Oper Berlin, die man sofort erkennt. Ohne zu zögern. Unmittelbar! Das liegt nicht nur daran, dass die Amerikanerin – üppig, einnehmend und schwarz – im Berliner Stadtbild eine Besonderheit darstellt. (more…)

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