Der Blog

Herzlich Willkommen im Blog der Deutschen Oper Berlin! An dieser Stelle laden wir Sie ein, mit uns gemeinsam über aktuelle Premieren und Repertoirevorstellungen ins Gespräch zu kommen. Wir nehmen Sie mit auf die Reise in die belebte Vergangenheit des Hauses, erzählen Geschichten seiner Protagonisten, geben tiefere Einblicke in die vielfältige Jugendarbeit und stellen ihnen wunderbare Künstler/Innen vor. Wir freuen uns auf Sie und ihre Kommentare!

13.06.2016

Abenteuer Mozart

Rodrigo García inszeniert DIE ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL

Rodrigo García zählt zu den Künstlern, die erfrischend direkt auf den Punkt kommen. Als er zum ersten Mal das Libretto von Mozarts Singspiel DIE ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL gelesen habe, sei er „ziemlich erschrocken“, bekennt der argentinische Regisseur bestens gelaunt. „Diese Geschichte“, habe er gedacht, „ist ja richtiger Quatsch“. (more…)

Kommentare (1)

Schlagwörter: , , ,

25.05.2016

Nicht warm werden lassen!

Roberto Rizzi Brignoli über „Der Troubadour“, den Unterschied zwischen Repertoire und Premiere und das Geheimnis eines italienischen Klangs

Roberto Rizzi Brignoli, geboren 1961 in Bergamo, wo er bis heute lebt, zählt zu den profiliertesten Dirigenten des italienischen Fachs. Ausgebildet als Dirigent und Pianist, war er zunächst Assistent bei Gianandrea Gavazzeni und Riccardo Muti an der Mailänder Scala. An der Deutschen Oper Berlin dirigierte er regelmäßig nicht nur Repertoire-Vorstellungen, sondern auch Premieren wie „La Rondine“, „Der Liebestrank“, „Macbeth“ und „I due Foscari“ (konzertant mit Leo Nucci). Im Mai kehrt er für die Wiederaufnahme von Verdis „Der Troubadour“ zurück. (more…)

Kommentare (1)

Schlagwörter:

10.05.2016

„Ich hasse Escamillo!“

Vor fünf Jahren begann Marko Mimica seine Karriere im Ensemble der Deutschen Oper Berlin. Jetzt steht der Bassbariton vor dem nächsten Schritt: Dem in die Freiberuflichkeit

Diesen einen Moment wird Marko Mimica nie vergessen. Er war frisch aus Kroatien eingetroffen und gab sein Debüt an der Deutschen Oper Berlin. „Tosca“ stand im September 2011 auf dem Spielplan, zum ersten Mal sang der junge Bassbariton den politischen Gefangenen Angelotti. Er hatte damals schon drei Jahre lang während seiner Studienzeit am Nationaltheater in Zagreb gesungen, aber wirklich große Stimmen kannte er nur von CDs. Auf einen Tenor wie Marcello Giordani mit seinen unerhörten Spitzentönen war er einfach nicht vorbereitet. (more…)

Kommentare (2)

Schlagwörter: ,

27.04.2016

Komponierte Nahtoderfahrung

Ein Gespräch von Isabel Herzfeld mit Georg Friedrich Haas über seine Oper MORGEN UND ABEND

Herr Haas, alle Ihre Opern behandeln Themen der Transzendenz, es geht um Nacht in einem sehr umfassenden Sinne, um unlösbare Verstrickungen mit der Vergangenheit, um Tod und Sterben. Ihre Oper MELANCHOLIA von 2008 auf ein Libretto des norwegischen Autors Jon Fosse zeigt, wie ein Mensch in den Wahnsinn getrieben wird. Hatten Sie damals schon die Idee, noch einen Schritt weiter zu gehen und MORGEN UND ABEND zu vertonen?

Fosse machte mir selbst den Vorschlag, das Libretto zu schreiben. (more…)

Kommentare (0)

Schlagwörter: ,

26.04.2016

Zwischen den Tönen

Georg Friedrich Haas’ neue Oper „Morgen und Abend“ basiert auf einem Roman von Jon Fosse

Welche Ereignisse machen das Leben lebenswert? Für einen Opernsänger gehört das Debüt am Londoner Royal Opera House sicher dazu. „Aber auch die duftende Tasse Kaffee am Morgen“, betont der Bariton Christoph Pohl. Die kleinen Glücksmomente sind nicht zu unterschätzen. Wie viel Gewicht werden sie haben, wenn man am Ende Bilanz zieht? Welche Inhalte ergeben ein erfülltes Leben? Was ist wirklich wichtig? Die neue Oper von Georg Friedrich Haas „Morgen und Abend“ lädt dazu ein, sich für anderthalb Stunden mit solchen Fragen zu beschäftigen. (more…)

24.04.2016

Primadonna, tiefergelegt

Irene Roberts gilt als eine der großen Hoffnungen im Ensemble der Deutschen Oper – auch als Carmen

Auch für Mezzosoprane kann das Leben hart sein. Wenn Irene Roberts ihrem neunmonatigen Sohn Austen mit halber Stimme vorsingt, macht der zuerst große Augen. Und fängt dann an zu weinen. Ein neuerlicher Versuch wurde um einige Monate vertagt. Zuhause in Wilmersdorf, wo die gebürtige Kalifornierin mit ihrer Familie lebt, singt sie fast gar nicht. Sondern geht zum Üben in die Bismarckstraße zur Deutschen Oper. „Der Einzige, der sich überhaupt gar nichts anmerken lässt, wenn ich singe, ist unser Hund Miki“, so Roberts. Der japanische Shiba, ein Jagdspitz, hat vielmehr, wenn die Mama weg ist, eine Erziehungsrolle zu übernehmen. „Das Krabbeln“, erzählt Ehemann Devon lachend, „hat unser Baby ganz eindeutig nicht von uns gelernt. Sondern von unserem Hund“. (more…)

Kommentare (0)

Schlagwörter: , ,

13.04.2016

Leichte Brise

Christa Ludwig attestierte der jungen Australierin Siobhan Stagg „eine der schönsten Stimmen, die ich je gehört habe“. Die singt jetzt Sophie im „Rosenkavalier“.

Pink. Und Weiß und Silber. In diesen drei Saison-Farben hat die Sopranistin Siobhan Stagg ihre Charlottenburger Wohnung dekoriert. Dezent genug. Die Farben zeigen sich in Tulpen und frischen Lilien, die einen schweren Duft im gesamten 3. Stock verbreiten. Auf dem Tisch stehen frische Erdbeeren. Vielleicht hat das alles eine private symbolische Bedeutung? Die Tage der nichtrosa Fernbeziehung – und zwar einer sehr fernen Fernbeziehung – sind vorbei, seit vor einigen Tagen ihr Freund, ein Bratschist, aus Australien nachgekommen ist. (more…)

Kommentare (0)

Schlagwörter: ,

16.03.2016

Ein Signal für Musik

Mit der Deutschen Oper Berlin ist er nun schon beinahe sein ganzes Leben lang eng verbunden und das will etwas heißen: Denn Aribert Reimann, Pianist und einer der meistgespielten deutschen Opernkomponisten der Gegenwart, ist in diesen Tage 80 Jahre alt geworden. Als Junge saß er im Parkett, sein Studium finanzierte er mit einer Anstellung als Korrepetitor am Studio der damaligen Städtischen Oper und auch als bereits renommierter Komponist geht er weiterhin im Haus ein und aus. Lebhaft und mit Tempo. Überhaupt scheint ihn das Alter wenig zu interessieren und von Ruhestand ist schon gar keine Rede: Gerade arbeitet er wieder an einem neuen Stück, das im kommenden Jahr uraufgeführt werden soll. (more…)

Kommentare (0)

Schlagwörter: ,

24.02.2016

Erwischt! Joyce DiDonato über Bellini und ihre Rückkehr an die Deutsche Oper

Frau DiDonato, Sie befinden sich derzeit auf der absoluten Höhe Ihres Könnens und sind in fabelhafter Verfassung! Besser denn je?

Danke vielmals! Und zugleich: schwer zu sagen. Für Sänger ist die Wahrnehmung der eigenen Person wahnsinnig subjektiv. Was ich sagen kann, ist, dass ich heute mehr künstlerische Freiheit bei mir feststelle als früher. Und dass ich mehr Kontrolle über meine Mittel habe. Man dringt tiefer ein. Viel wichtiger ist aber, den Eindruck zu behalten, dass es noch weiter aufwärts gehen könnte. Und dass man sich weiter entwickeln muss. (more…)

Kommentare (0)

Schlagwörter: , ,

15.02.2016

„Ich möchte, dass die Figur aus mir heraus kommt“

Die Sopranistin Evelyn Herlitzius über ihr Rollendebüt als Emilia Marty in „Die Sache Makropulos“

Wie wäre das wohl, im Jahr 2316 noch zu leben? Ob dann noch Opern gespielt werden? Das ewige Leben ist ein Menschheitstraum – den aber nicht jeder teilt. „Nein!“ sagt Evelyn Herlitzius mit erstaunlicher Vehemenz.„Ich wäre wirklich nicht gern unsterblich. Ich lebe furchtbar gern, finde es aber in Ordnung, wenn es irgendwann vorbei ist.“ (more…)