Der Blog

Herzlich Willkommen im Blog der Deutschen Oper Berlin! An dieser Stelle laden wir Sie ein, mit uns gemeinsam über aktuelle Premieren und Repertoirevorstellungen ins Gespräch zu kommen. Wir nehmen Sie mit auf die Reise in die belebte Vergangenheit des Hauses, erzählen Geschichten seiner Protagonisten, geben tiefere Einblicke in die vielfältige Jugendarbeit und stellen ihnen wunderbare Künstler/Innen vor. Wir freuen uns auf Sie und ihre Kommentare!

18.06.2014

Die Liebe als Kunst – des Überlebens

Zwölf junge Theatermacher entwickeln „LoveAffairs“ und bespielen dabei die gesamte Tischlerei

Tenor Jörg Schörner steht auf einer Art Laufsteg und streckt mit gewaltiger Schadenfreude einem unsichtbaren Gegenüber den Zeigefinger hin: „Ehehehehehehehe….“ Gesungenes Gelächter schüttelt seinen Leib. „Zeig’ ruhig noch mehr Zunge, das ist gut so!“ ruft Regisseurin Margo Zalite. Über dem Kopf von Sopranistin Bini Lee meint man derweil beinahe eine Glühbirne aufleuchten zu sehen, so deutlich mimt sie einen erfreuten Erkenntnisvorgang: „Aaaaaaaaaaaaah!“ Eine Reaktion auf das Verhalten ihres Kollegen ist es nicht, wie aufgezogene mechanische Puppen wiederholen die beiden jeder für sich Gestik und Mimik. (weiterlesen…)

17.06.2014

Es kommt darauf an, wie man Experiment definiert

Anlässlich der Uraufführung Love Affairs des Stipendienprogramms „Akademie Musiktheater heute“ [AMH] der Deutsche Bank Stiftung trafen sich Dramaturg Curt A. Roesler [R], Michael Münch [M], Vorstand der Deutsche Bank Stiftung, und Tilman Hecker [H], Stipendiat 2011 – 2013 der AMH zum Gespräch. Dabei stellte sich heraus, dass nicht nur der Dramaturg Fragen hatte.

 

R: Herr Münch, was ist Kunst?

M: Kunst, oder auch Kultur ist das, was über die Dinge hinausgeht, die uns permanent und andauernd fordern und beschäftigen. Kunst ist das, was eine Gesellschaft zusammenhält, was eine Gesellschaft stark macht, kreativ macht und uns allen auch einen geistigen Mehrwert schafft. (weiterlesen…)

Kommentare (0)

12.06.2014

Wenn diese Wände sprechen Oper könnten…

Ein interaktiver Sound-Walk setzt sich mit den Protesten in der Geschichte des Opernhauses auseinander

Von Jacqueline Krause-Blouin

2. Juni 1967. Aufgebrachte Studenten demonstrieren gegen den Staatsbesuch desSchahs von Persien, der sich in Begleitung des Regierenden Bürgermeisters und des Bundespräsidenten Mozarts „Zauberflöte“ zu Gemüte führen möchte. Es soll eine Schlüsselnacht der deutschen Nachkriegsgeschichte mit weitreichenden gesellschaftspolitischen Folgen werden. Schlachtrufe wie „Schah, Schah, Scharlatan!“ hallen durch Charlottenburg, die Demonstrationen geraten außer Kontrolle. (weiterlesen…)

Kommentare (0)

13.03.2014

Auf Leben und Tod

Was zählt eigentlich im Leben? Was kommt nach dem Tod? Schon das Gilgamesch-Epos stellte vor über 3000 Jahren Fragen, die bis heute nichts von ihrer Dringlichkeit verloren haben. In GILGAMESH MUST DIE! ist die Geschichte von Gilgamesch, der nach dem Tod seines besten Freundes Enkidu radikal sein Leben ändert, der Ausgangspunkt für ein gemeinsames Projekt der Deutschen Oper Berlin mit der Schweizer Band „The bianca Story“, dem Regisseur Daniel Pfluger sowie 16 Berliner Kindern und Jugendlichen. (weiterlesen…)

Kommentare (0)

Schlagwörter: ,

03.03.2014

Spiel mit der Unsterblichkeit

Die Band The bianca Story probt mit Jugendlichen „Gilgamesh Must Die!“

Befreit Euch von Euren Texten!“ ruft Elia Rediger und schlägt einen Beat mit den zwei Drumsticks in seinen Händen. Beschwörend reißt er die Augen auf, zwinkert seinen 14 Schützlingen zu, und wie in Trance lassen diese ihre Textblätter zu Boden gleiten. In ihrer Kreisformation stampfen, rappen, und klatschen sie, als gäbe es kein morgen. Dabei ist heute doch erst Tag zwei im Probenprozess zu „Gilgamesh Must Die!“. (weiterlesen…)

13.02.2014

Das Böse steckt in jedem von uns

Tischlerei: Strawinskijs „Geschichte vom Soldaten“ mit lebendigem Bühnenbild

Im Monat Februar ist an der Bismarckstraße buchstäblich der Teufel los. Neben der Premiere der Berlioz-Oper „Fausts Verdammnis“ im großen Haus spielt das Faust-Motiv auch in der Tischlerei eine dominierende Rolle. Der Teufel hole das Menschengeschlecht! ist das 4. Tischlerlei- Konzert mit Igor Strawinskijs „Die Geschichte vom Soldaten“ überschrieben. Wie viele andere Schriftsteller und Tonkünstler war auch der russische Komponist zeitlebens vom Faust-Stoff fasziniert. „L‘Histoire du Soldat“, 1918 uraufgeführt, handelt von einem Soldaten, der mit seiner Geige, seinem einzigen Besitz, auf Reisen geht. (weiterlesen…)

Kommentare (0)

08.11.2013

Der Schlager und ich

Als Nicole 1982 mit ihrem Lied „Ein bisschen Frieden“ den Grand Prix Eurovision de la Chanson gewann, war ich sechs Jahre alt und erwartete – vermutlich in einen jener Achtziger-Jahre Frottier-Bademäntel gewandet – hochnervös die Punktevergabe vor dem heimischen Fernseher. Vermutlich lief zuvor die „ZETT-DE-EFF-Hitparade“ mit dem König des Staccato: Dieter Thomas Heck. Überhaupt war 1982 ein erstaunliches Schlagerjahr, denn während Wolfgang Petrys Himmel brannte, weilte Roger Whittaker in Albany und Gottlieb Wendehals war in Blankenese unterwegs. Stephan Remmler und seine Formation „Trio“ hingegen hatte es nicht so mit der Ferne, die Neue-Deutsche Welle- Urgesteine blieben lieber Da-da-da.

(weiterlesen…)

Kommentare (0)

Schlagwörter: , ,

06.11.2013

COSÌ FAN TUTTE III

Die Arbeit setzt bei der Normalität des Alltags an. Statt die Handlung von COSÌ FAN TUTTE zu erzählen, wie sie im Libretto steht, werden Themen in den Blick genommen, die in dieser Oper virulent sind: die Frage nach dem Einzelnen und die nach seiner Beziehung zu anderen. Es entsteht eine assoziative Weiterschreibung und Übermalung der Partitur, die annähernd vollständig erklingt. (weiterlesen…)

Kommentare (0)

23.10.2013

COSÌ FAN TUTTE II

Der Maler Alexander Rodtschenko hat in den 1920er für sich einen entscheidenden Schritt getan, als er sich entschloss, auf der Leinwand nichts mehr „darstellen zu wollen“. Er bemalte ganze Leinwände mit einer einzigen Farbe, so entstanden monochrome Bilder in Rot, Gelb und Blau. Rodtschenko hat sich danach vom Kunstschaffen zurückgezogen und Möbel, Geschirr, Flugzeuge und Arbeitskleidung, also Gebrauchsgegenstände aller Art, hergestellt. Die Krise der Repräsentation setzt sich in den Künsten seit einem Jahrhundert fort. (weiterlesen…)

Kommentare (0)