Der Blog

Herzlich Willkommen im Blog der Deutschen Oper Berlin! An dieser Stelle laden wir Sie ein, mit uns gemeinsam über aktuelle Premieren und Repertoirevorstellungen ins Gespräch zu kommen. Wir nehmen Sie mit auf die Reise in die belebte Vergangenheit des Hauses, erzählen Geschichten seiner Protagonisten, geben tiefere Einblicke in die vielfältige Jugendarbeit und stellen ihnen wunderbare Künstler/Innen vor. Wir freuen uns auf Sie und ihre Kommentare!

21.01.2016

Viele kleine Mosaiksteinchen

In der Musiktheater-Uraufführung „Sensor“ verschwimmen die Grenzen zwischen Fantasie und Wirklichkeit

Der Abend beginnt mit einem fürchterlichen Krach. Zwei Frauen und ein Mann finden sich in einem Haus mit eingestürztem Dach wieder. Was ist passiert? Sie können sich nicht wirklich erinnern und beginnen, Fragen zu stellen: Wer bin ich, wer sind die anderen Leute im Raum, wie kam es zu dieser Katastrophe? Das Musiktheaterstück „Sensor“ des Komponisten Konrad Boehmer und des Schriftstellers Albert Ostermaier ist eine Entdeckungsreise ins Innenleben der drei Personen und in eine aus den Fugen geratene Welt. (more…)

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19.01.2016

Bewegungsmelder

Zur Uraufführung des „elektrischen Musiktheaters“ SENSOR von Konrad Boehmer und Albert Ostermaier

Der Komponist Konrad Boehmer war eine jener „mythischen“, bekannt-unbekannten Figuren der Nachkriegsavantgarde. So habe ich ihn zumindest während meines Studium der Komposition und Musikwissenschaft zwischen 2000 und 2004 in Saarbrücken kennengelernt – bevor sich dann dort der direkte, persönliche Kontakt ergab. Als Mitglied der „Kölner Schule“ in den „wilden Jahren“ der musikalischen Nachkriegsavantgarde um 1960 hat Boehmer seinen festen Platz in der Musikgeschichte: als Teilnehmer der Darmstädter Ferienkurse 1959 im zarten Alter von 18 Jahren. (more…)

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25.11.2015

Das Debüt des Regie-Punks

Peter Sellars inszeniert Kaija Saariahos „La Passion de Simone“ mit der Orchesterakademie der Berliner Philharmoniker

Wunderliche Heilige: Was gibt es Schöneres?! In der Oper sind sie ohnehin gern gesehen. Was hier wertfrei, nein: positiv gemeint ist. Was wären Parsifal, Lohengrin oder Jolanthe schließlich anderes als etwas rätselhaftere Propheten. In den letzten Jahrzehnten wurde die Trefferdichte sonderbarer Sendboten auch nicht kleiner: Messiaens „Saint François d’Assise“ oder Wolfgang Rihms Montezuma in „Die Eroberung von Mexiko“: (more…)

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16.11.2015

Zwischen Rebellion und Repräsentation

Ein Symposion in der Tischlerei widmet sich dem Thema „Oper und Politik“

Zum Beispiel AIDA. Entstanden zur Eröffnungsfeier des Suez-Kanals, der Großbritannien für die nächsten Jahrzehnte zur mächtigsten Nation der Welt machen sollte, scheint Verdis Pharaonen-Oper auf den ersten Blick das Paradebeispiel für prunkvoll- repräsentatives Musiktheater im Dienst der Macht zu sein – inklusive Siegesparade mit fanfarenschmetterndem Triumphmarsch. Und doch lässt sich AIDA auch ganz anders lesen: (more…)

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20.10.2015

Zwischen Schein und Sein

Die Komponistin Annelies Van Parys lässt sich von Hitchcock inspirieren

Ist im Nachbarhaus wirklich ein Mord geschehen? Oder bilden wir uns das nur ein? Einen Krimi bringt Annelies Van Parys auf die Opernbühne, einen richtigen Thriller à la Hitchcock. Sie liebt die Spannung und den Humor der alten Filme. „Das Fenster zum Hof“ hat sie zu ihrem Musiktheaterwerk „Private View“ inspiriert. (more…)

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19.10.2015

„Lieder und Dichter“ – eine reizvolle Mischung

Hannover, Karlsruhe, San Francisco – wo immer John Parr gearbeitet hat, etablierte er spannende Reihen mit Liedern. Dem Liedrepertoire gehört seine große Liebe, bei vielen Liederabenden weltweit hat er am Flügel gesessen.

Seit einem Jahr ist der Brite Studienleiter an der Deutschen Oper Berlin. „Lieder und Dichter“ heißt die neue Reihe, die er sich gemeinsam mit dem Leitungsteam des Hauses für das Opernfoyer ausgedacht hat. (more…)

02.10.2015

Götterkampf 2.0

Das Künstlerpaar Harriet Maria und Peter Meining inszeniert Ole Hübners „Die Irrfahrten des Odysseus

Hätte Odysseus bloß nicht den einäugigen Polyphem, den Sohn Poseidons, verspottet, ihm wäre viel Leid erspart geblieben. Doch so zog er den Zorn des Meeresgottes auf sich, der die Rückkehr des Königs von Ithaka insgesamt zehn Jahre hinauszögern sollte. (more…)

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19.06.2015

Was verbindet Klagelaute mit Türenquietschen?

„Sounds for a while”: UdK-Studenten untersuchen das Potenzial von Klängen und Geräuschen

Ein Zaun wird als Musikinstrument gebraucht. Das Publikum darf sich auch auf eine Beschimpfungsaktion gefasst machen. Ein weibliches Vokalquartett befasst sich mit dem psychoakustischen Phänomen der Differenztöne. Wenn die vier Frauen Töne in ganz bestimmten Tonhöhenabständen singen, entstehen im Ohr des Hörers neue, andere Töne. „Es geht uns nicht darum, ein Lied zu singen, sondern um das Hören und die Wahrnehmung“, erklärt Vera Buhß. Ihre Aussage gilt für das ganze Projekt „Sounds for a while“. (more…)

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05.06.2015

Orchesterakademie hilft beim Einstieg in den Opernberuf

Für viele Orchester gehört sie heute zur Basis der Nachwuchsförderung. In der Orchesterakademie können junge Musiker in beinahe allen Instrumentengruppen, meist parallel zum Studium, für mindestens eine Spielzeit erste Erfahrungen im Berufsleben sammeln. Die Deutsche Oper Berlin zählte vor mehr als zwei Jahrzehnten zu den ersten Häusern, die solch eine Akademie einrichteten. (more…)

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22.05.2015

Perfekte Balance zwischen Kopf und Herz

Tischlereikonzert mit Werken des polnischen Komponisten Andrzej Panufnik

Sir Andrzej Panufnik hatte seine eigenen Theorien zu Musik und Geometrie. Er tüftelte und konstruierte lange an seinen Musikstücken. „Seine Witwe Camilla hat mir erzählt, dass er manchmal einen ganzen Tag lang an zwei Takten schrieb“, erzählt Tomasz Tomaszewski, seit 1982 erster Konzertmeister des Orchesters der Deutschen Oper Berlin. Nun könnte man meinen, dass sich Panufniks Musik abstrakt und spröde anhört. Weit gefehlt! „Seine Musik klingt ungeheuer emotional. Den mühevollen Kompositionsprozess merkt man ihr keine Sekunde lang an. Das ist für mich das größte Wunder“, so Tomaszewski. (more…)